Jedes Jahr gestalten die Königsfelder Zinzendorfschulen eine Berufsfindungsmesse für die eigenen Schüler, die aber auch von Jugendlichen aus anderen Schulen besucht und genutzt werden kann. Am Samstag hatte man zur diesjährigen Berufsfindung eingeladen und nach zögerlichem Beginn wurden die vielen attraktiven Beratungsangebote auch gerne genutzt.

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Für die Veranstaltung, die den ganzen Samstag mit vielfältigen Beratungsangeboten, mit Workshops und vielen richtungsweisenden Informationen zu möglichen beruflichen Laufbahnen aufwartete, hatte man die Zinzendorfschulen in Königsfeld in Teilen zu einem riesigen Informationspool umgestaltet. Kaum eine Ecke oder ein Raum, in dem man sich als Jugendlicher nicht über seine berufliche Richtung hätte informieren können.

Marleen Friedrich ist Berufspädagogin am Schwarzwald-Baar-Klinikum, das verschiedene Ausbildungen anbietet.
Marleen Friedrich ist Berufspädagogin am Schwarzwald-Baar-Klinikum, das verschiedene Ausbildungen anbietet. | Bild: Rüdiger Fein

Bereits zwei Tage vorher war mit der „Expedition D“ ein riesiger Lastwagen auf dem Schulgelände angekommen, in dem im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit, der Südwest Metall und der Baden-Württemberg-Stiftung über das Thema Digitale Technologien informiert wurde. Hier konnten die Schüler unter Einsatz von VR-Brillen Roboter programmieren, virtuell ein Auto einparken, ein Fahrrad zusammenbauen oder sogar die Planeten unseres Sonnensystems in die richtigen Bahnen lenken.

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Viele Informationen bot die Sporthalle der Zinzendorfschulen, wo sich die unterschiedlichsten Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen präsentierten. Ob das Orthopädie und Vital Zentrum Piro, das für die vielfältigen Berufsausbildungen im Bereich der Orthopädie warb, die J. G. Weisser aus St. Georgen, die virtuell mit Hilfe einer VR-Brille den baldigen Schulabgängern Beispiele ihrer Fachausbildungen zeigten und erleben ließen oder die vielen Aussteller, die für neu geschaffene Ausbildungen und berufliche Möglichkeiten im Bereich der Pflege warben.

Laura Schmid von Kern-Liebers (rechts) erkärt zwei Schülerinnen an den Zinzendorfschulen die Arbeitswelt in ihrem Schramberger Betrieb.
Laura Schmid von Kern-Liebers (rechts) erkärt zwei Schülerinnen an den Zinzendorfschulen die Arbeitswelt in ihrem Schramberger Betrieb. | Bild: Rüdiger Fein

Das Interesse der Schüler an den verschiedenen Ausbildungen war groß und teilweise bereits sehr speziell. Dem großen Bedarf im Pflegebereich, so erfuhren die Besucher der Berufsfindungsmesse, begegnet man beispielsweise mit einer Ausbildungsvergütung, die bereits im ersten Ausbildungsjahr bei 1140 Euro liegt. Aber auch andere öffentliche Ausbilder wie beispielsweise die Polizei oder die Hochschule aus Furtwangen warben für interessante Berufsfelder und Studienrichtungen. Das Interesse an einer möglichen beruflichen Richtung werde an den meisten Schulen schon früh gefördert, erklärt Susanne Ferro, die an den Zinzendorfschulen als Sekretärin für die Bereiche Realschule und berufliche Schulen zuständig ist, und setzte bei den jungen Menschen bereits in der achten oder neunten Klasse ein.

Die Zinzendorfschulen

Mit zehn verschiedenen Schularten und einer Durchlässigkeit in alle Richtungen bieten die Zinzendorfschulen jedem Jugendlichen entsprechend seiner augenblicklichen Situation einen Weg zu einem qualifizierten Bildungsabschluss. Neben den „klassischen Abschlüssen“ wie der allgemeinen Hochschulreife und dem mittleren Bildungsabschluss ist auch eine Erzieherausbildung möglich, mit der gleichzeitig die Fachhochschulreife erworben werden kann. Alle Schülerinnen und Schüler bilden dabei eine Schulgemeinschaft, was sich in vielen schulartenübergreifenden Projekten und Arbeitsgruppen zeigt.