Ein Feuerwerk von kabarettistischen Slapstick-Einlagen und jeder Menge Wortwitz zündete Bernd Kohlhepp alias „Hämmerle“ im vollbesetzten Haus des Gastes in Königsfeld. Hierher war die Veranstaltung des Burgspektakels wegen des schlechten Wetters verlegt worden. Mit seinem Programm „Hämmerle TV total vernetzt – Das Programm ben ich“ unterhielt er die begeisterten Besucher knapp drei Stunden lang mit viel Humor und hinterfragte zahlreiche aktuelle Themen auf seine urkomische Art.

Bernd Kohlhepp alias Hämmerle begeistert die Besucher im Haus des Gastes mit seinem Programm „Hämmerle TV total vernetzt – das Programm ben ich“. Bilder: Lothar Herzog
Bernd Kohlhepp alias Hämmerle begeistert die Besucher im Haus des Gastes mit seinem Programm „Hämmerle TV total vernetzt – das Programm ben ich“. Bilder: Lothar Herzog

Wie die Vereinsvorsitzende Uschi Biebinger den Zuhörern verriet, hat Kohlhepp in den vergangenen Jahren das Burgspektakel bereits öfter begleitet und für humorvolle Abende gesorgt. Deshalb sei es keine Frage gewesen, ihn zum Jubiläum des 20. Burgspektakels wieder einzuladen. Die aktuelle Resonanz zeige, dass Hämmerle in Königsfeld gerne gesehen werde, urteilte sie.

Bernd Kohlhepp alias Hämmerle löst als Hauptkommisar einen schwierigen Kriminal-Fall.
Bernd Kohlhepp alias Hämmerle löst als Hauptkommisar einen schwierigen Kriminal-Fall.

Sofort springt der Funke vom Publikum zum Spaßbarden auf der Bühne über, als Hämmerle die Vollbesetzung in der ersten Reihe lobt und gleich fingerzeigend hinterher schiebt: „Aber es war die schlechtere Wahl.“ Von Rolf und Miriam will er wissen, woher sie kommen. Stutzig wird der Künstler, als er Eva-Maria-Gabriele nach deren Mann fragt und die Zuschauerin spitz kontert: „Ich dachte, Sie suchen eine Partnerin.“ Darauf Hämmerle: „Ich fange nichts mit einer neuen Frau an, solange die alte nicht verbraucht ist.“

Hier gibt sich der Hämmerle kariert.
Hier gibt sich der Hämmerle kariert.

Im Laufe des beseelten Abends erzählt Hämmerle viele Geschichten aus seinem bisherigen Leben und würzt sie mit Beispielen, auf die man erst mal kommen muss. Wenn es bei ihm klingelt, öffnet er erst beim dritten Klingeln – „weil nur die es wirklich ernst meinen“, witzelt er. Bei ihm mietet sich sein Neffe Justin ein und weil der Veganer ist, bringt Hämmerle vorsichtshalber die Zimmerpflanzen in Sicherheit. Sämtliche Haushaltsgeräte bei ihm sind vernetzt. Und er hat auch eine i-Watch. So braucht er nun keinen Sport mehr zu treiben. Die Uhr zählt ab sofort seine Schritte, ohne dass er mitgehen muss. Früher seien die Einbrecher noch aus dem Ort gekommen, heute von außerhalb, mit denen man sich nicht mehr unterhalten könne.

Wie er weiter preisgibt, hält er sich auch gerne im Chat-Room auf und hatte auch schon Blind-Dates. Seinem selbstfahrenden Staubsauger traut er nicht. Der mache bestimmt Fotos und schicke sie nach China. Und nun wisse man im Reich der Mitte, wie die Kehrwoche in Schwaben funktioniere. Deshalb verehrt Hämmerle den guten, alten Staubsauger von früher und legt mit ihm einen Cha-Cha-Cha aufs Bühnenparkett, der bei „Lets Dance“ bestimmt gute Noten erhalten hätte.

Bernd Kohlhepp alias Hämmerle begeistert die Besucher im Haus des Gastes mit seinem Staubsauger-Cha-cha-cha.
Bernd Kohlhepp alias Hämmerle begeistert die Besucher im Haus des Gastes mit seinem Staubsauger-Cha-cha-cha.

Bei seinen zahlreichen Gesangseinlagen, bei denen er spontan Informationen einzelner Besucher in seine Texte einbindet, schwingt und singt das Publikum eifrig mit. Nebenbei erweist sich Kohlhepp als Verkleidungskünstler und präsentiert sich im Laufe des Abends in einem Dutzend verschiedener bunter Jacken und löst im sprachlichen Eiltempo einen heiklen Kriminalfall.