Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und erfasst Bereiche des täglichen Lebens, im Beruf und in der Schule. Einen Eindruck davon verschafften sich gestern Schüler der Klassen 8 und 9 der Zinzendorfschulen im Digitalisierungs-Truck der Bildungsinitiative „Expedition d“, der auf dem Schulhof parkte. Bei ihrem eineinhalbstündigen Streifzug durch digitale Schlüsseltechnologien wie Sensorik, künstliche Intelligenz und kollaborative Robotik hatten die Schüler im Landtagsabgeordneten Karl Rombach (CDU) einen prominenten Beobachter.

Auch in der Schule wichtig

Im Erdgeschoss des zweigeschossigen Trucks erklärten Mikail Tiles und Eva Rohrbach, dass die Digitalisierung eine ständig zunehmende Auswirkung auf die Arbeitswelt hat. Grund sei, dass es immer mehr Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Fernseher gebe. Davon seien auch die Schulen betroffen, die diese Technik im Unterricht einsetzten. „Die Geräte allein bringen aber noch keinen Nutzen und Vorteile. Erst durch die Vernetzung entsteht das. Beispielsweise kann man mit dem Smartphone die Jalousien in der Wohnung steuern. Das nennt man Smart Home“, erläuterte der Experte. Vor allem für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik spiele für die Digitalisierung eine große Rolle.

Probleme: Sucht, Datenklau und vieles mehr

Auf seine Frage nach den Nachteilen erhielt Tiles plausible Antworten. So könne diese Technik süchtig machen. Auch sei man total aufgeschmissen, wenn ein Gerät oder die Verbindung mal ausfalle. Ebenso könne es zu Problemen führen, wenn im Kindesalter zu früh in die virtuelle statt reale Welt eingestiegen werde. Ein anderer Schüler berichtete von Gefahren des Datenklaus, denen Unternehmen ausgesetzt seien.

Schüler lernen spielerisch

Tiles Kollegin Eva Rohrbach schaltete im Obergeschoss ein Auftragsmodul frei und die Schüler erhielten Informationen für einen von ihnen ausgewählten Arbeitsauftrag. Spielerisch lernten sie, wie ein kollaborativer Roboter (Cobot) programmiert werden kann, der dann ein Werkstück aufhebt und von A nach B bringt. Eine andere Gruppe parkte mit Hilfe von Sensoren ein autonom fahrendes Auto ein. Wieder andere bauten mit der aufgesetzten Virtual Reality-Brille einen Roboter zusammen. Im Laufe des Vormittags besuchten weitere zwei Klassen den Digi-Truck, tags zuvor waren die Realschüler in den Genuss gekommen. Im Rahmen der Berufsfindungsmesse steht der Truck am heutigen Samstag Eltern und interessierten Schülern zur Verfügung.

Kostenfreies Angebot

„Expedition d“ ist ein kostenfreies Angebot für alle Schularten ab Klassenstufe 7 in Baden-Württemberg. Im Rahmen des Programms „Coaching4future“ bildet Expedition d einen vertiefenden Baustein zur Studien- und Berufsorientierung im Bereich Digitalisierung. Interessierte Schulen haben die Möglichkeit, den Digitalisierungs-Truck anzufragen. Er wird von zwei Jungakademikern begleitet.