Wer am Samstagabend die Aufführung „Sisi – ich wandle einsam wie auf and’rem Stern” im Königsfelder Haus des Gastes besucht hat, der konnte miterleben, was man schon immer geahnt hat: Das Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, Gattin des Kaisers von Österreich, Franz Joseph I., war kein Zuckerschlecken. Ihre Lebensabschnitte wurden von der in Mainz lebenden Anita Steiner interpretiert, begleitet wurde die Schauspielerin vom Pianisten Sebastian Knab am Flügel.

Sisi – ein Name, den man oft mit der unvergesslichen Schauspielerin Romy Schneider verbindet. Sowie mit der romantisierenden Trilogie über die Kaiserin, einer wunderschönen Frau, lebensfroh, glücklich, gesegnet. Zumindest in dem Film der Nachkriegszeit. Aber wie sah die Realität aus?

Für ihr kleines, aber umso aufmerksameres Publikum stellte Schauspielerin Anita Steiner die Welt der Kaiserin dar. Dabei entfaltete sich die Wirklichkeit: ein Leben voller Verzweiflung, Sehnsucht und Unterdrückung. Anita Steiner, Österreicherin, hat mit der rebellischen Kaiserin einiges gemeinsam: Sie ist ebenfalls in Bayern aufgewachsen, hat als kleines Mädchen gleichfalls an Tuberkulose gelitten und spricht Sisis Dialekt fließend.

Kein Wunder also, dass sie Sisis Lebensabschnitte, ihre kühle Ehe mit dem Kaiser und deren Affären, den Selbstmord ihres Sohnes, ihre Krisen, Krankheiten und ihre stürmischen Schifffahrten bis zu ihrer Ermordung am Genfer See mal amüsant, mal tragisch, mal in einem weißem, dann in einem schwarzen Kostüm, aber auf jeden Fall besonders glaubwürdig darstellte.

„Warum schenkst du uns Frauen Schönheit und nimmst sie uns dann wieder weg? Warum schenkst du uns Frauen Kinder und nimmst sie uns dann wieder weg?“, stellte sie die unbeantwortbaren Fragen und im Raum hätte man die berühmte Nadel fallen hören können.

Nach ihrer Aufführung sprach Anita Steiner mit Begeisterung von Königsfeld, wo sie mit ihrem Team sehr freundlich aufgenommen worden sei und ein konzentriertes und aufmerksames Publikum vorgefunden habe.