Königsfeld – Pünktlich zum 20-Jährigen Bestehen des Burgspektakels in Königsfeld auf der malerischen Ruine Waldau präsentiert die Burgtheater AG gleich drei Eigeninszenierungen. Mit dem musikalischen Theaterstück „Perô oder die Geheimnisse der Nacht“, dem Kinderstück „Der Räuber Hotzenplotz“ und dem heiteren Trauerspiel „Es war die Lerche“ wird eine gut aufeinander abgestimmte Komposition für alle Geschmäcker und Altersstufen gezeigt.

Für die Premiere am vergangenen Freitag hatte sich die Tourist-Info zudem eine Besonderheit ausgedacht: Rund 60 geladene Gäste, die seit 20 Jahren das Burgspektakel auf verschiedenste Weise besonders begleitet haben, bekamen eine spezielle Burg-Führung vor der Premiere. Mit Musik, Gesang, Sekt und deftigem Vesper wurde auf das Burgspektakel angestoßen. Höhepunkt war der Burgtorten-Anschnitt durch Landrat Sven Hinterseh, Bürgermeister Fritz Link und die Vorsitzende des Burgspektakelvereins, Ursula Biebinger.

Den Anfang des Geburtstags-Programmes machte das Theaterstück „Perô oder die Geheimnisse der Nacht“. Ein Stück, das vom niederländischen Theatermacher Guus Ponsioen nach dem Kinderbuch Pierrot et Les secrets de la nuit von Michel Tournier aufbereitet wurde.

Sonne und Mond

Es handelt sich um die Liebesgeschichte zwischen der Dorfwäscherin Colombina (Lisa Makowe), Liebhaberin des Tageslichts, und dem Dorfbäcker Perô (Olaf Jungmann), Anbeter des Mondscheins. Aufgrund der unterschiedlichen Lebensweisen, er lebt nachts und sie tagsüber, können sie aber nicht zusammen sein. Doch Perô ist todunglücklich.

Denn seine Colombina, die er liebt, der er nachts im Mondschein Liebesbriefe schreibt und die er doch nie abschickt, hat nur noch Augen für Paletino (Klaus Richter), den lustigen umherziehenden Maler. Geblendet von der Liebe, reist die Wäscherin nach der Hochzeit mit dem Maler ab. Columbina ist mit dem Maler jedoch nicht glücklich, nach der Hochzeit stellt sich Paletino als Macho und Patriarch dar. Wird Colombina zu dem stillen, bleichen und scheuen Perô zurückfinden? Oder hat Paletino mit seinen bunten Farben Colombina für immer betört? Das Ende des musikalischen Theaterstückes sei hier noch nicht verraten.

Gespielt wird das ganze Stück mit drei Puppen, deren Geschichte durch die Schauspieler (Olaf Jungmann, Lisa Makowe und Klaus Richter), die die Puppen gefühlvoll führen, indirekt erzählt wird. Als Puppenspieler-Erzähler steigen sie immer wieder aus der Geschichte aus, um ihre Meinung über den Verlauf kund zu tun oder die Gefühle ihrer Figuren zu verteidigen. Dies verleiht dem Stück einen besonderen Charme. Die Puppen wurden eigens für dieses Theaterstück von der Villinger Künstlerin Beate Stroka nach ihren Schauspielern gestaltet.

Das Publikum wird von Sonne (Christine Dannert) und Mond (Peter Horn) durch die Handlung geführt. Die beiden Figuren, die am Rand der Bühne platziert sind, singen, musizieren und begleiten erzählerisch den Handlungsablauf. Zwischen Sonne und Mond entsteht dabei eine Parallelliebesgeschichte. Spannend und erholsam, traurig und komisch.

Begleitet wird das Stück von verschiedenen Sängerinnen und von flotter und gefühlvoller Musik. Für die Live-Band zeigen sich Reinhard Ziegler (Klavier), Christine Dannert (Klavier), Peter Horn (Saxophon), Hans-Beat Motel (Posaune), Lukas Mayer (Schlagzeug) und Susanne Schueler (Cello) verantwortlich. Regie führte Götz Knieß.

Das Theaterstück entführt in eine Welt, aus der man nie wieder auftauchen möchte. Dies sah auch das Publikum so, das die Darbietung mit frenetischem Applaus quittierte.