Ganz unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Kultur“ besuchten am vergangenen Sonntag zahlreiche Besucher das Dorfmuseum in Buchenberg und das Albert-Schweitzer-Haus in Königsfeld anlässlich des diesjährigen Tag des offenen Denkmals.

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Seit 1993 öffnen Denkmäler ihre Türen

Koordiniert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und mit dem Ziel, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und das Interesse für die Denkmalpflege zu wecken, öffnen seit 1993 jedes Jahr am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten ihre Türen.

Die Ausstellung im Albert-Schweitzer-Haus liefert viele Details zu dem Mediziner.
Die Ausstellung im Albert-Schweitzer-Haus liefert viele Details zu dem Mediziner. | Bild: Vivian Kuhn

Wertvolle Taschenuhren kommen beim Publikum gut an

So auch das Dorfmuseum in Buchenberg, wo derzeit im Rahmen der Sonderausstellung „Uhren aus mehreren Jahrhunderten“ Taschenuhren, Hochzeitsuhren und Wecker aus der Region ausgestellt sind. Bereitgestellt wurden die Uhren unter anderem von Feinwerktechniker und Uhrmacher Helmut Kuss aus St. Georgen, Sammler Ernst Rapp und Privatleuten aus der Umgebung. Die Ausstellung vereint liebevolle Kunst mit der Historie der Schwarzwälder Uhrenproduktion. Sowohl die Uhrenausstellung als Highlight, als auch der Tag des offenen Denkmals seien sehr gut besucht, so Ingrid Weisser aus dem Vorstandsteam des Geschichtsvereins Buchenberg. Besonders die von Helmut Kuss bereitgestellten, wertvollen Taschenuhren kommen bei den Besuchern gut an.

Das Albert-Schweitzer-Haus erinnert am Tag des offenen Denkmals an seinen prominenten Bewohner und Namensgeber.
Das Albert-Schweitzer-Haus erinnert am Tag des offenen Denkmals an seinen prominenten Bewohner und Namensgeber. | Bild: Vivian Kuhn

Auf eine Zeitreise durch das Leben des Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer und seiner Frau konnten sich die Besucher des Alber-Schweitzer-Hauses in Königsfeld begeben. „Die Ehrfurcht vor dem Leben“ – so beschreibt Dietrich Siebörger am Sonntagnachmittag den rund 20 Gästen das Lebensmotto des Arztes und Philosophen, der vor allem durch seine Arbeit in Afrika und als Organist Berühmtheit erlangte. In Lambarene gründete er im Jahr 1913 ein Krankenhaus, wo er bis zu seinem Lebensende immer wieder als Arzt tätig war. 1923 ließ er für sich, seine Frau Helene und die gemeinsame Tochter Rhena das Haus in Königsfeld bauen. Da Helene an einer Lungenerkrankung litt, bot sich Königsfeld als heilklimatischer Kurort als neue Heimat an.

Schweitzer war nur selten in Königsfeld

Aufgrund seiner Arbeit als „Urwaldarzt“ in Afrika verbrachte Albert Schweitzer jedoch nur wenig Zeit in Königsfeld. „Das Haus war dennoch ein wichtiger Ort für die Familie und gibt damit den vielseitigen Gedankenwert Albert Schweitzers wider“, erläutert Siebörger. Das verdeutlichen auch die verschieden Räume der Ausstellung, die einen mit Bildern, Ausstellungsstücken und kurzen Texten geschickt durch das Leben dieses beeindruckenden Menschen führen.

Als eine der ersten Uhren galten Taschenuhren früher als Statussymbol.
Als eine der ersten Uhren galten Taschenuhren früher als Statussymbol. | Bild: Vivian Kuhn

Beide Ausstellungen geben einen Einblick in die kulturelle Geschichte von Königsfeld und dem Schwarzwald, bringen diese dem Besucher auf spannende Art und Weise näher und werden damit dem Motto dieses Tages durchaus treu.