Das Projekt stand seit zwei Jahrzehnten immer wieder zur Diskussion und auf den Tagesordnungen des Buchenberger Ortschaftsrates. Am Dienstagabend hat das Gremium nun in einer von Bürgermeister Fritz Link als "geschichtsträchtig" bezeichneten Sitzung beschlossen, die Grundlagen für das neue Baugebiet "Herrenacker-Ost" zu legen. Alle Ortschaftsräte stimmten nach einer zügig geführten Debatte für das Projekt, das für die Weiterentwicklung des Dorfes und seiner Infrastruktur von großer Bedeutung ist.

18 Grundstücke, sechs Anfragen

Für das Baugebiet stehen exakt 12 847 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Abzüglich der 734 Quadratmeter für Ausgleichsflächen bleiben noch gut 12 100 Quadratmeter für das Baugebiet inklusive Grundstücken, Straßen und Grünflächen. Geplant sind zunächst 18 Grundstücke mit einer Größe zwischen 340 und 705 Quadratmetern. Der Großteil der Grundstücke hat eine Größe um 550 Quadratmeter. Dies führte zu Bedenken, dass durch die Gleichförmigkeit eine kasernenartige Optik entstehen könnte. Allerdings könne über den genauen Zuschnitt jedoch im Verlauf der Planungen noch einmal gesprochen werden, hieß es am Dienstagabend.

Das könnte Sie auch interessieren

Offenbar besteht bereits eine große Nachfrage nach dem neuen Bauland. "Ich muss hier nicht aus dem Nähkästchen reden, wenn ich berichte, dass es bereits sechs Anfragen zum Baugebiet gegeben hat", erklärte Ortsvorsteher Peter Hase. Darunter seien auch Buchenberger und Personen, die zusammen mit ihren Familien von außerhalb wieder zurück ins Dorf ziehen wollen.

Bild: Müller, Cornelia

Der Herrenacker soll mit einer einzigen Ringstraße erschlossen werden. Die einzige Einfahrt ins Baugebiet soll direkt gegenüber der südlichen Einfahrt zum Zollernblick entstehen. Dadurch würde eine Kreuzung entstehen und kein Durchgangsverkehr im neuen Wohngebiet auftreten. Aus den Reihen der Ortschaftsräte wurde mit Blick auf die Beruhigung des Verkehrs an dieser Stelle ein Kreisverkehr ins Spiel gebracht. Die Idee wurde von Bürgermeister Link wohlwollend aufgenommen. Er werde sich mit dem zuständigen Landratsamt in Verbindung setzen, sehe jedoch keine größeren Hindernisse. Ob ein Kreisverkehr oder stattdessen ein Straßenteiler oder ein Zebrastreifen infrage kommen, sei noch nicht sicher.

Große Grünfläche in der Mitte

Im Inneren der Ringstraße soll es neben drei Grundstücken auch im Stil eines Dorfangers eine große Grünfläche geben. Auch ein Spielplatz ist an dieser Stelle denkbar. Hier soll auch der geräumte Schnee von der Straße abgeladen werden, falls es einen strengen Winter mit viel Schnee geben sollte. Am Nordende des Baugebietes wird es außerdem einen Fußgängerweg geben, damit ein gefahrloser Weg ins Dorf möglich ist. Dafür soll auch der Gehweg entlang des Dörfles verlängert werden.

Wie auch bei früheren Baugebieten soll das Neubaugebiet "Herrenacker-Ost" in bewährter Manier von einem externen, privaten Träger erschlossen werden. Die Gemeinde Königsfeld hat in der Vergangenheit bereits öfter mit der Stuttgarter LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) zusammengearbeitet. Das bringe zwar einen leichten Aufpreis mit sich, der sich auf etwa 2,50 Euro pro Quadratmeter, also insgesamt auf gut 30 000 Euro beläuft. Andererseits bringe dieses Modell auch Vorteile für die Gemeinde mit sich.

Baugebiet wird dem Dorf gut tun

"Das Gebiet wird Buchenberg gut tun", resümierte Ortsvorsteher Peter Hase mit Blick auf das Dorfleben rund um Kindergarten, Gastronomie und Nahverkehr. Wenn die Planungen reibungslos verlaufen, kann im Herbst 2020 mit der Erschließung des Herrenackers begonnen werden.

Hier stehen bald neue Einfamilienhäuser: Auf diesem Feld soll das Baugebiet Herrenacker-Ost mit voraussichtlich 18 Bauplätzen und einer Ringstraße entstehen.
Hier stehen bald neue Einfamilienhäuser: Auf diesem Feld soll das Baugebiet Herrenacker-Ost mit voraussichtlich 18 Bauplätzen und einer Ringstraße entstehen. | Bild: Hahne, Jochen