Wird ein Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Immendingen vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht, fallen für die Einsatzstunden der Wehrmänner ab diesem Monat höhere Beträge an. Die in einer speziellen Satzung der Gemeinde Immendingen geregelten Personalkosten für solche kostenpflichtigen Feuerwehreinsätze sind vom Gemeinderat von 16,83 Euro auf 18,35 Euro pro Stunde angehoben worden. Den größten Anteil dieses Betrags übernimmt mit einem unveränderten Stundensatz für ehrenamtliche Feuerwehrleute von zwölf Euro weiterhin die Gemeinde.

„Die Satzung regelt die Kosten, die der Verursacher sowohl für den Stundensatz der Fahrzeuge als auch des Personals bezahlen muss“, so der stellvertretende Hauptamtsleiter Erwin Brunner bei der Gemeinderatssitzung. Neben der festen Einsatzentschädigung der Gemeinde würden die sonstigen Kosten mit einer Durchschnittsberechnung aus den letzten drei Haushaltsjahren seit 2018 ermittelt. Aufgrund der deutlich gestiegenen Ausgaben für die Feuerwehr ergebe sich dafür ein Anstieg von 4,83 auf 6,35 Euro.

Eigentlich sind Einsätze der Feuerwehr unentgeltlich. Das gilt zum Beispiel bei Bränden, Rettung von Menschen und Tieren, bei Hilfen gegen ein Naturereignis oder bei Unfällen. Allerdings wird auch der Fall einer Pflicht zum Kostenersatz in der Satzung festgehalten. Dieser tritt zum Beispiel ein, wenn der Verursacher eine Gefahr oder einen Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeiführt, wenn die Gefahr oder der Schaden beim Umgang mit Gefahrstoffen oder wassergefährdenden Stoffen für gewerbliche oder militärische Zwecke entstand, wenn jemand ohne Vorliegen eines Schadens die Feuerwehr vorsätzlich oder wegen fahrlässiger Unkenntnis alarmiert oder aber, wenn Brandmelde- oder Warnanlagen mit automatischer Übertragung grundlos ausgelöst werden.

Aufräumen und Reinigen gehört zur Einsatzzeit

Laut Kostenverzeichnis für solche Fälle wird pro Person und Einsatzstunde künftig der genannte Satz von 18,35 Euro fällig, wobei die Einsatzzeit einschließlich Aufräumen und Reinigen halbstundenweise abgerechnet wird (bis zu 30 Minuten die Hälfte, danach der volle Stundensatz). Für Brandwachen nach einem Löscheinsatz der Feuerwehr werden pro Person und Stunde zehn Euro fällig. Für die Einsatzfahrzeuge gelten weiterhin pauschale Stundensätze, die bei 184 und 133 Euro für die großen Löschgruppenfahrzeuge beginnen, gefolgt von den Staffellöschfahrzeugen mit 83 Euro und vom Wechselladerfahrzeug mit 70 Euro und vom Kleineinsatzfahrzeug Hattingen mit 20 Euro.

Auch für die Abrollbehälter des Wechselladerfahrzeugs, von denen es je nach Nutzung vier Arten gibt, werden bestimmte Sätze fällig, die bei 60 Euro beginnen und bei drei Euro enden. Kosten entstehen auch für Sonderlösch- und Einsatzmittel oder Ölbindemittel. Kleinleistungen, wie die Beseitigung eines Wespennests oder das Öffnen einer Türe mit weniger als drei Einsatzkräften und unter einer Stunde Einsatzdauer kosten pro Helfer einen Pauschalbetrag von 17 Euro. Fahrzeuge rechnet die Feuerwehr bei solchen kurzzeitigen technischen Hilfen nicht ab.