Die mit fast fünf Millionen Euro teuerste kommunale Baustelle auf Immendinger Gemarkung geht bis zum Frühjahr ihrer Fertigstellung entgegen: die Erweiterung der Kläranlage des Gemeindeverwaltungsverbands.

Eine dritte und eine vierte Reinigungsstufe ergänzen und optimieren die vorhandene biologische Reinigung und sorgen dafür, dass das Abwasser der Region Immendingen und Geisingen künftig mit weniger Phosphat belastet ist und Spurstoffe wie Medikamente herausgefiltert werden. Das zukunftsorientierte Pilotprojekt in der Abwasserreinigung wird vom Land zu 80 Prozent gefördert. Die Bauarbeiten sind im Zeitplan.

„Die Maßnahme ist sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen geblieben“, erklärte Immendingens Ortsbaumeister Martin Kohler in seiner Information über den Stand der Kläranlagen-Erweiterung. Baustart für das Projekt war im März 2019. Ein offizieller erster Spatenstich folgte im Mai. Eindrucksvoll zeigte sich die Baustelle bereits im Sommer 2019, denn die für die neuen Reinigungsanlagen notwendige Baugrube war sehr tief und musste durch einen aufwendigen Verbau gesichert werden.

Es folgten das Einbringen der Bodenplatte und die weiteren Betonarbeiten. Nach Fertigstellung des Rohbaus wurde die maschinentechnische Ausrüstung der neuen Filteranlage vorgenommen. Mittlerweile ist laut Martin Kohler auch die elektrotechnische Ausstattung größtenteils erledigt. „Es haben bereits einige Abnahmen stattgefunden“, so Kohler. Das gilt auch für den Haupttrakt der neuen Anlagen, das Gebäude mit den sechs Filterkammern.

Erste Abnahmen der neuen Anlagenteile haben in diesem Winter bereits stattgefunden. Einige weitere Arbeiten stehen aber noch bevor.
Erste Abnahmen der neuen Anlagenteile haben in diesem Winter bereits stattgefunden. Einige weitere Arbeiten stehen aber noch bevor. | Bild: Gemeindeverwaltungsverband

Notwendig geworden war das Projekt wegen der in Immendingen vorhandenen geologischen Struktur mit den Versinkungsstellen der Donau unterhalb der Kläranlage. Über die Donauversickerung gelangt das von der Anlage gereinigte und abgelassene Abwasser teils in die Aach und damit zum großen Trinkwasserspeicher Bodensee. Bei der wieder notwendig gewordenen Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Kläranlage war daher eine höhere Anforderung an den Grenzwert für Phosphat am Abfluss gestellt worden.

Um diese Vorgabe zu erfüllen, ließ der Verband als dritte Reinigungsstufe einen Sandfilter einbauen. Ergänzt werden soll dieser nun noch zusätzlich durch das Einbringen granulierter Aktivkohle, sodass durch diese vierte Reinigungsstufe auch Spurstoffe aus dem Abwasser entfernt werden können.

Blick ins Innere des neuen Kläranlagenbereichs. Knapp zwei Jahre hat die Baumaßnahme in Anspruch genommen, wenn sie im Frühjahr beendet sein wird.
Blick ins Innere des neuen Kläranlagenbereichs. Knapp zwei Jahre hat die Baumaßnahme in Anspruch genommen, wenn sie im Frühjahr beendet sein wird. | Bild: Gemeindeverwaltungsverband

In diesem Frühjahr wird die Erweiterung und Optimierung der Verbandskläranlage abgeschlossen. Zuvor sind noch letzte Arbeiten erforderlich, die von der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbands bei ihrer jüngsten Sitzung vorbereitet wurden. Dabei handelt es sich um die Erstbefüllung der neuen Filterkammern mit der granulierten Aktivkohle, über welche die Filterung erfolgt. Die Verbandsversammlung ermächtigte die Verwaltung, die Lieferleistung an den günstigsten Bieter zu vergeben.

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Der neue Verbandsvorsitzende, Immendingens Bürgermeister Manuel Stärk, sowie sein Stellvertreter Bürgermeister Martin Numberger aus Geisingen unterstrichen die Bedeutung der Kläranlagen-Optimierung. Stärk: „Das Projekt läuft immer im Windschatten mit, obwohl Ortsbaumeister Martin Kohler, Klärmeister Jörg Liebgott und die am Bau Beteiligten mit der Maßnahme ein großes Rad drehen.“ Auch Bürgermeister Martin Numberger betonte die hohe Kompetenz der für den Neubau und die Kläranlage verantwortlichen Leute.