Nachdem am Heiligabend bei Donaueschingen ein kranker Mäusebussard gefunden wurde, bei dem die Vogelgrippe nachgewiesen wurde, muss nun auch im Landkreis Tuttlingen alles Geflügel in geschlossenen Ställen gehalten werden.

„Alle Hühner müssten getötet werden“

Hinzu kommen weitere Vorsichtsmaßnahmen: Unter anderem ist das Tränken mit Dach- und Oberflächenwasser verboten. Futter und Einstreu sind für Wildvögel unzugänglich zu lagern. An den Eingängen zu den Ställen müssen die Schuhe desinfiziert werden, und das Betreten ist nur mit Schutzkleidung erlaubt.

„Wir nehmen die Vorsichtsmaßnahmen gegen die Geflügelpest sehr ernst“, sagt Rainer Duttlinger, dessen Familie den Bioland-Geflügelhof in Hattingen betreibt. „Die Folgen eines Ausbruchs der Geflügelpest sind nicht auszudenken. Alle von uns gehaltenen 7800 Hühner müssten getötet werden“.

Auslauf im Wintergarten

Dabei sieht er die verfügten Einschränkungen eher gelassen. Der Auslauf der Hühner auf den großen Freiflächen des Geflügelhofes fällt nun zwar weg, aber beim Bau des Stalls vor fünf Jahren wurde zusätzlich ein Wintergarten errichtet, weil die Hühner Regen und Schnee nicht mögen. Dadurch haben die Tiere trotz Stallpflicht mehr Auslauf als vorgeschrieben.

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Getroffen wurden laut Geflügelhof auch Vorkehrungen, damit sich die Hühner, wenn sie nicht ins Freie dürfen, beschäftigen können. Auch der mobile Hühnerstall ist mit einem Wintergarten ausgestattet. In den Ställen sind Kameras installiert. Die Aufnahmen werden in Edeka-Märkte übertragen. Die Verbraucher können so an den Monitoren sehen, wie die Hühner gehalten werden.

Hoffnung auf das Frühjahr

Die Geflügelhof-Betreiber hoffen nun, dass ihre Hühner im Frühjahr, wenn das Gras wächst, wieder ins Freie dürfen. Dann sollen auch zwei weitere bereits genehmigte mobile Hühnerställe für 1700 Legehennen in Betrieb genommen werden.