Alexander Zonta, der im Hauptberuf die Gemeindegärtnerei leitet, ist nicht nur ein Naturfreund, sondern hat auch ein Herz für Tiere. Mit viel Leidenschaft züchtet er Lamas. Ursprünglich waren es drei Weibchen, die er im Schwarzwald hatte erwerben können. Der hinzugekommene Hengst „Moritz“ hat inzwischen mit für Nachwuchs gesorgt.

Niedlich sind die heuer zur Welt gekommenen zwei Jungtiere. Eines der Muttertiere hatte jedoch keine Milch, was bedeutete, das kleine Geschöpf, auch in Einsätzen zur Nachtstunde, mit der Flasche aufzuziehen. Inzwischen ist es ebenfalls putzmunter.

Tiere wohnen auf dem Daimler-Prüfgelände

Die natürlicherweise in Südamerika beheimateten Tiere haben bei Zonta ihr Zuhause auf dem Daimler-Prüfgelände. Dort befinden sich der Stall und genügend Fläche zum Beweiden.

Bei aller Tierliebe hält der Gartenbaumeister seine Lieblinge nicht nur aus Passion. Er hat diese auch zum Schutz seiner Schafe vor Wildtieren angeschafft. Die Lamas sind wachsam und verteidigen die Schafe vor Füchsen und Hunden. Mit ihren scharfen Krallen können sie sogar Wölfe zu Tode trampeln.

Auch ein Wolf hätte bei den Lamas keinen Spaß

Früher kam es immer wieder vor, dass Füchse nachts neu geborene Lämmer geholt haben. Seit die Lamas gehalten werden, ist dies nicht mehr passiert. „Die Lamas passen auf die Schafe auf, als ob es ihre eigenen wären. Das Zusammenleben der Schafe mit ihren Beschützern ist sehr harmonisch“, berichtet Zonta.

Seine Schafherde umfasst derzeit 150 Tiere. Alles hat ganz klein begonnen: Als er vor 15 Jahren in Stuttgart Pädagogik studierte waren von den acht an der Hochschule gehaltenen Schafe vier zu viel. Er erbarmte sich dieser Tiere und nahm sie in seine Obhut.

Dies war der Grundstock für seine mehr und mehr aufgestockte Herde. Als inzwischen erfahrener Schafzüchter hat er seinen Bestand in drei Herden aufgeteilt, die er den Sommer über auf verschiedenen Schutzflächen einsetzt, auch, um diese vor Verbuschung zu bewahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein Schwerpunkt bildet die schonende Landschaftspflege auf dem Daimler-Prüfgelände. Hier werden unter anderem wertvolle Magerrasen nach einem professionellen Konzept so beweidet, dass die frühere Artenvielfalt der Pflanzen zurückkehrt und Kleintiere am Boden sich in die Sicherheit zurückziehen können, was bei maschinellem Abmähen nicht möglich wäre.

Bemerkenswert an Zontas Schafherde: Er züchtet die Tiere gewissermaßen wieder zurück: Er trimmt sich nicht auf Leistung, sondern führt die Herden in die Form der ehemaligen Wildschafe zurück.

Schafe reagieren auf Zuruf

Unter den verschiedenen Rassen befinden sich auch Mufflons. Die kleineren Tieresind leichter als die Fleischrassen und eignen sich deshalb besonders für die Landschaftspflege, „da sie nicht so viel kaputttreten“. Und: Die gezüchteten Rassen erledigen den Fellwechsel selbst.

Zontas Tierliebe kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass bei ihm keine Schafe geschlachtet werden. Sie sterben alle eines natürlichen Todes. Fürs Zusammenhalten der Herde benötigt er keinen Hund. Er ist so mit den Tieren verbunden, dass sie auf Zuruf reagieren. Unzählige Stunden opfert er für sein Hobby, bereits um fünf Uhr in der Frühe schaut er nach ihnen, und nach der Arbeit dann nochmal bis in die Nacht hinein.