Bei der Bereitstellung von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren und von Ganztagsbetreuung in den Kindergärten herrscht in Immendingen schon jetzt ein Mangel. Und Zukunftsprognosen hinsichtlich Bevölkerungswachstum sowie Bedarf an neuen Betreuungsformen deuten auf eine kommende Verschärfung der Situation hin.

Das geht aus einem über 60-seitigen Bericht hervor, der Teil der Kindergartenbedarfsplanung Immendingens für die nächsten 15 Jahre ist. Der Gemeinderat befasste sich am Montagabend mit den Herausforderungen, die aufgrund dieser Planung angegangen werden müssen, darunter das Angebot für sechs neue Krippengruppen und möglicherweise ein zusätzlicher Kindergartenneubau.

„Auf Kante genäht“

„Die Bedarfsplanung ist ein wenig ein Blick in eine Kristallkugel“, erklärte Bürgermeister Manuel Stärk bei der Beratung in der Donauhalle. Man gehe von verschiedenen Annahmen über die Bevölkerungsentwicklung, die Geburtenraten und die Nachfrage nach Betreuungsformen aus.

In Immendingen hatte sich bei der Bevölkerung 2011 eine deutliche Abnahme mit dem Wegzug der französischen Soldatenfamilien ergeben, die dann aber durch den Neubezug von deren Wohnungen rasch ausgeglichen wurde. Die Gemeinde übernahm die französischen Kindergärten, mittlerweile sei man aber „auf Kante genäht“, so Stärk.

Neubaugebiete lassen Bevölkerungszahl ansteigen

Das bestätigte auch Experte Martin Joos von der Kommunalentwicklung, der dem Gemeinderat seinen Bericht mit detaillierten Zukunftsprognosen zur demographischen Entwicklung der Gemeinde vorstellte. Dazu gehörten zum Beispiel die mit den geplanten Wohnbaugebieten steigende Bevölkerungszahl, die für die Geburtenrate wichtigen Altersgruppen im Planungszeitraum bis 2035 und der voraussichtliche Bedarf der Eltern an Kita-Plätzen für Kleine über und unter drei Jahren.

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Zu den zentralen Aussagen der Analyse zählt, dass Immendingen zwar im Moment nahezu ausreichend viele Betreuungsplätze für Kinder ab drei Jahren hat, aber deutlich zu wenige Ganztags- und Krippenplätze. Bei einer auf die Ortsteile ausgerichteten Untersuchung ergab sich ein deutliches Defizit vor allem deswegen, weil für den Bereich Zimmern/Hintschingen bislang kein eigener Kindergarten besteht. Dort würden bis zu zwei Gruppen für unter Dreijährige und drei für über Dreijährige benötigt.

„Irgendwann werden wir über Neubauten reden müssen“

„Wir haben Handlungsbedarf, das ist schon seit einigen Jahren spürbar“, sagte Bürgermeister Manuel Stärk in seinem Fazit. Aufgaben seien nun eine räumliche Bestandsanalyse und Begehung der vier Kindergärten sowie die Erstellung eines Maßnahmenprogramms für das künftige Vorgehen. „Diese Ergebnisse sagen uns dann, wohin es geht bei der Kinderbetreuung in unserer Gemeinde und was wir aus der vorhandenen Infrastruktur noch herausholen können“, betonte Stärk. „Irgendwann werden wir auch über Neubauten reden müssen.“

Der Gemeinderat beauftragte die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH mit der Raumanalyse und Begehung für 4000 Euro sowie mit dem Erstellen des Maßnahmenprogramms für 3300 Euro.