Ein spontaner Entschluss im Freundeskreis: Kommt, wir schauen auf ein Bier und „Schni-Po-Sa“ – für Nicht-Eingeweihte: Schnitzel mit Pommes Frites und Salat – im „Waldhorn“ in Zimmern vorbei. An der Gaststätte angekommen, bietet sich ein ungewohntes Bild: Der Besucherparkplatz ist leer, der blitzblank gereinigte Schankraum verwaist, die Zapfanlage zurückgebaut.

Ein Gespräch mit Wirtin Inge Staub bringt Klarheit: Nach fast auf den Tag genau 60 Jahren hat das Café-Restaurant Waldhorn Anfang des Monats seine Pforten für immer geschlossen. Gesundheitliche Gründe haben Staub dazu bewogen, die Corona-Krise hat diese Entscheidung beschleunigt.

Im Juli 1960 gegründet

Gegründet wurde das Waldhorn im Juli 1960 von Inge Staubs Eltern Johanna „Hanni“ und Wilhelm „Willi“ Heizmann. Schnell etablierte sich die Gaststätte zu einer beliebten gastronomischen Anlaufstelle, zahlreiche Familienfeiern und Vereinsversammlungen gingen dort über die Bühne, Stammgäste aus der näheren und weiteren Region bevölkerten die Wirtschaft.

Die Schnitzel und Hähnchen, die Hanni Heizmann in der Küche zauberte, genossen Kult-Status. Auch die Fremdenzimmer wurden gerne von Feriengästen und Berufspendlern gebucht, die die familiäre Atmosphäre, die im Waldhorn herrschte, zu schätzen wussten.

„Ich vermisse unsere Gäste sehr“

Als sich ihre Eltern altersbedingt zurückzogen, trat Inge Staub im Januar 1991 deren Nachfolge an. Ihr Mann Karl-Heinz „Charly“ Staub half, soweit es seine beruflichen Verpflichtungen zuließen, und sorgte als Hobby-Musiker an Akkordeon oder Keyboard für Hausmusik. „Die Entscheidung, das Waldhorn aufzugeben und den Familienbetrieb zu schließen, ist mir schwer gefallen. Ich vermisse unsere Gäste, insbesondere die Stammgäste, sehr“, betont Inge Staub.

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Ausschlaggebend seien gesundheitliche Gründe, die Corona-Krise habe den Entschluss letztlich beschleunigt, erklärt die 67-Jährige. Die Fortführung der Familientradition sei keine Option gewesen, zumal die beiden Söhne der Staubs beruflich andere Wege eingeschlagen haben. Die Gastronomie-Räume werden für private Wohnzwecke umgestaltet. Ein Trost bleibt der langjährigen Wirtin des Waldhorns immerhin: Viele regelmäßige Gäste sind über die Jahre zu echten Freunden geworden.

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