Er hatte den Verein Immendingen – Natur-Kultur-Geschichte (INKGE) 2017 quasi in letzter Minute gerettet. Gerhard Glinkas Vorgängerin Ute Scharre-Grüninger sowie deren gesamtes Team hatten damals überraschend angekündigt, ihre Ämter bereits in der Mitte der Amtszeit abzugeben.

Der Verein war zu dem Zeitpunkt erfolgreich, die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Zu groß war wohl die Belastung geworden.

Lange fand sich kein Nachfolger und dem Verein drohte nach sieben Jahren das Aus. Für den 30.6.2017 war eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur formellen Auflösung des Vereins terminiert.

Doch dann bot sich der pensionierte Amtsgerichts-Direktor Gerhard Glinka an, zumindest übergangsweise das Amt zu übernehmen.

Heute ist er immer noch Vorsitzender und sagt zur Dauer seiner Amtszeit inzwischen: „Die Entwicklung hat gezeigt, dass das Festhalten an Fristen nicht zielführend ist.“

Das Team hat ihn motiviert

Bei der Übernahme damals sagte er: „Im Ruhestandsalter fängt man zwar eine solche Aufgabe nicht an“, er sei jedoch mit den Aktivitäten des Vereins und mit den Bemühungen, dessen Erfolge ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen sehr verbunden.

Keinesfalls wolle er als Retter des Vereins gelten. „Mich hat zu der Entscheidung motiviert, dass sich spontan Persönlichkeiten bereit erklärten, in der Vorstandschaft mitzuarbeiten“, so Glinka. „Es ist mir eine Freude, mit dem Team zusammenzuarbeiten, das festgelegt hat, den bisherigen erfolgreichen Weg weiter zu gehen.“

Vor zehn Jahren ging es los

Die Gründung des Vereins INKGE vor zehn Jahren brachte für die Immendinger Vereinswelt eine weitere Bereicherung. Die Ziele des Vereins ergeben sich bereits aus dessen Namen: Immendingen – Natur-Kultur-Geschichte.

Die Satzung spezifiziert die Aufgaben wie die Förderung von Kunst und Kultur, die Denkmalpflege, Maßnahmen für die vorhandenen Naturschutzgebiete, die Förderung des Heimat- und Geschichtsbewusstseins, die Durchführung von Veranstaltungen, Vorträgen und vielem mehr.

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Für die gewählte Führungsmannschaft war der Aufbau des Vereins damals eine Herausforderung. Mitglieder mussten gefunden und Ideen zur Umsetzung der Vereinsziele entwickelt und umgesetzt werden.

Das untere Schloss wird zum Kulturzentrum

Unter der Leitung der engagierten und ideenreichen Vorsitzenden Ute Scharre-Grüninger konnte der junge Verein bald erste Erfolge vorweisen. In zahlreichen unentgeltlichen Arbeitsstunden, unterstützt von ehrenamtlichen Helfern und der Gemeinde, gelang es das untere Schloss zu neuem Leben zu erwecken und im Erdgeschoss ein Besucher-, Informations- und Veranstaltungszentrum einzurichten.

Der Verein hatte sich bald weit über die Gemeindegrenzen hinaus zu einer Institution mit einer beachtlichen Zahl von Mitgliedern etabliert.

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Gerhard Glinkas Dank gilt heute dem Bürgermeister Manuel Stärk für sein stets offenes Ohr, er dankt für die Spenden, insbesondere von Daimler und der Sparkasse Engen-Gottmadingen, Veit Hirner für dessen Unterstützung und Bauhofleiter Peter Disch für die pragmatischen Gestaltungsvorschläge. Dankbar ist er auch den Mitgliedern für ihre Treue.

Ziele und Wünsche

Glinkas Wunsch ist es, das Kulturzentrum im unteren Schloss voranzubringen, die Toilettenanlagen zu modernisieren und das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes zu verbessern. Betrüblich findet er, dass wegen der Corona-Pandemie nicht absehbar sei, wann der Verein wieder Veranstaltungen durchführen könne. Vielleicht werde es möglich sein, am Tag des offenen Denkmals im September wieder ein Programm bieten zu können, hofft er. Fest eingeplant sei bisher der ökumenische Gottesdienstes zum Schuljahresschluss auf dem Schloss-Vorplatz.