Die Entscheidung, die der Immendinger Gemeinderat 2019 getroffen hat, gilt in der Kommune zunehmend als die richtige: Die Gemeinderäte hatten beschlossen, dass Immendingen die Betreuung des Gemeindewaldes ab 2020 selbst übernimmt.

Seit Anfang dieses Jahres ist Martin Schrenk für diese Aufgabe bei der Gemeinde zuständig, die sich damit die Oberhoheit über alle Entscheidungen betreffend des 1600 Hektar großen Gemeindewaldes sichert. Ein wichtiger Vorteil, der mit der so genannten Eigenbeförsterung einherging, ist die zusätzliche Betreuung des Privatwaldes der Daimler AG, die für die Einkünfte des Forsthaushalts ein zweites Standbein bildet.

Einnahmen aus Privatwaldbetreuung tun gut

„Grundsätzlich sind wir mit dem vollzogenen Schritt zufrieden“, so Bürgermeister Manuel Stärk. „Gerade in einem Jahr wie 2020, das extreme Trockenheit brachte, viele Waldschäden oder auch Stürme, fahren wir besser mit den zusätzlichen Einnahmen aus der Privatwaldbetreuung als viele andere Gemeinden“, hebt Stärk hervor.

Wie die tatsächliche Bilanz des ersten Jahres der Eigenbeförsterung in konkreten Zahlen aussieht, wird sich bei nächsten Beratung des Gemeinderats zeigen, der sich in seiner November-Sitzung traditionell mit dem Forsthaushalt befasst. Das Gremium tagt am Montag, 30. November.

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Zu diesem Zeitpunkt liegt die nichtöffentliche Gemeinderatssitzung, bei der über die eigene Betreuung des Gemeindewalds entschieden wurde, fast zwei Jahre zurück. Damals, Anfang 2019, waren die Immendinger Revierleiter noch beim Landkreis Tuttlingen beschäftigt.

Die Gemeinde hatte mit dem Kreis einen Dienstleistungsvertrag, der unter anderem auch den Holzverkauf beinhaltete. Als einer der fünf großen Waldbesitzer im Landkreis traf der Gemeinderat dann im Zuge der Forstreform im Land Baden-Württemberg die Entscheidung, die Gemeindewaldbetreuung in Eigenregie zu machen, ähnlich wie es beispielsweise auch die Nachbarstadt Geisingen macht. Für Revierleiter Schrenk wurde zu diesem Zweck ab 2020 eine neue Beamtenstelle bei der Gemeindeverwaltung geschaffen.

Unabhängig vom Holzmarkt

Als nützlich erwies sich dann der Zuschlag zur Betreuung des Privatwaldes von Daimler. Die Einnahmen aus dieser Dienstleistung, die für fünf Jahre vertraglich vereinbart wurde, sind vom Holzmarkt unabhängig und sichern damit einen festen Sockelbetrag für den Forstetat.

Unter anderem umfasst der Vertrag die Zustandserfassung, die Waldplanung, die Verkehrssicherung gegen mögliche Unfälle, die Waldweg-Überwachung, die Kontrolle der Waldbestände, Waldschutz- und Waldpflege sowie das Wildtier-Management.