Kraftstrotzende Fahrzeuge, dröhnende Motoren, schimmernder Lack, glitzerndes Chrom – beim elften US-Car- und Bike-Meeting in Immendingen kamen die Besucher nach langer Pause wieder voll auf ihre Kosten.

Rund 400 amerikanische Autos und etwa halb so viele Motorräder wurden unter sengender Sonne von den Massen bestaunt. Straßenkreuzer und Oldtimer lockten das meiste Publikum. Faszination ging aber auch von den beiden PS-starken Dragster-Rennwagen aus.

Fasziniert von Heckflossen und Co.

Kaum eine amerikanische Automarke fehlte bei der großen Schau, die sich auf den Bereich rund ums Obere Schloss, das Schulgelände und die Wiese vor der Donauhalle ausdehnte. Bewundert werden konnten Fahrzeuge der Automarken Cadillac, Chevrolet, Pontiac, Ford, Buick, Dodge, Oldsmobile, Corvette, Jeep, Hummer und viele mehr.

Die Modelle reichten von Straßenkreuzern über Sportwagen, Vans, Pickups und Militärfahrzeuge bis zu Oldtimern, sogar aus den 1930er-Jahren. Gerade die historischen Autos mit Heckflossen, großen Kühlern und Weißwandreifen fanden viel Interesse.

Fährt mit seinem 3000 PS starken Dragster Rennen, kommt aber auch zum Immendinger Meeting: Walle Strobel mit Partnerin Renny Nagel.
Fährt mit seinem 3000 PS starken Dragster Rennen, kommt aber auch zum Immendinger Meeting: Walle Strobel mit Partnerin Renny Nagel. | Bild: Jutta Freudig

Bereits ab dem Morgen riss der Strom der Fahrzeuge, die zum Ausstellungsgelände kamen, nicht ab. Die Organisation der Veranstaltung hatte dieses Mal der Sportverein 1920 TuS Immendingen übernommen, dessen zahlreiche Helfer sowohl mit der Anmeldung und dem Einweisen der Fahrzeuge alle Hände voll zu tun hatten, als auch mit der umfangreichen Bewirtung. Zum Auftakt des Programms gab es stylische Country- und Rockmusik von der Gruppe „Ballroom Stompers“.

Der Wettstreit der Motoren

Erfahrende Besucher des Meetings konnten es kaum erwarten, bis einer der Höhepunkte, der Motoren-Sound-Wettbewerb, am frühen Nachmittag startete. Initiator Michael Flum, Gründer und weiterhin Motor des Treffens, moderierte den Contest, an dem sich diesmal zehn Fahrzeuge der Baujahre 1968 bis 2017 beteiligten.

Das Publikum, das zu dem Wettstreit der Motoren geströmt war, entschied durch seinen Applaus über den Sieger. Mit seinem GMC C 2500, Baujahr 1971, übertönte Elmar Woop die Konkurrenz dieses Mal deutlich. Der 59-Jährige war aus Rottweil nach Immendingen gekommen.

Stylisch rundum ist dieser Chevrolet Bel Air, Baujahr 1956. Selbst das Tablett mit dem Essen kann wie einst am Fahrzeug befestigt werden.
Stylisch rundum ist dieser Chevrolet Bel Air, Baujahr 1956. Selbst das Tablett mit dem Essen kann wie einst am Fahrzeug befestigt werden. | Bild: Jutta Freudig

Sowohl die Teilnehmer als auch das Publikum beim US-Car-Meeting waren international und hatten teils weite Anfahrten in Kauf genommen. „Bis jetzt ist es ein Chevrolet SSR, dessen Fahrer aus dem Raum Köln kommt und der damit die weiteste Anfahrt hatte“, so Michael Flum um die Mittagszeit. Viele Fahrzeuge fuhren aus der weiten Region an, aber auch schweizerische und österreichische Autobesitzer waren nach Immendingen gekommen.

Ein schattiges Plätzchen ist bei Temperaturen von über 30 Grad, die beim US-Car-Meeting herrschen, für Teilnehmer und Besucher viel wert.
Ein schattiges Plätzchen ist bei Temperaturen von über 30 Grad, die beim US-Car-Meeting herrschen, für Teilnehmer und Besucher viel wert. | Bild: Jutta Freudig

Zu den Besonderheiten gehörte in diesem Jahr die Teilnahme gleich zweier Dragster-Rennwagen. Mit einem regelrechten Sattelzug als Renntransporter reiste Rennfahrer Walle Strobel aus Haigerloch an. Bei seinem Dragster handelt es sich um einen Chevrolet Camaro in 1969er-Silhouette.

Der Rennwagen hat 8500 Kubikzentimeter Hubraum und 3000 PS. In sechs Sekunden beschleunigt der Dragster auf 350 Stundenkilometer. „Ja, ich fahre hier in Deutschland Rennen mit dem Fahrzeug“, so Strobel. Sowohl auf dem Hockenheim-Ring als auch in Zerbst bei Magdeburg gebe es Möglichkeiten, diese durch und durch amerikanische Rennsportart auszuüben.

Riesig ist das Ausstellungsgelände in der Immendinger Ortsmitte, auf dem die rund 400 Fahrzeuge präsentiert werden, wie hier im Bereich ...
Riesig ist das Ausstellungsgelände in der Immendinger Ortsmitte, auf dem die rund 400 Fahrzeuge präsentiert werden, wie hier im Bereich Donauhalle. | Bild: Jutta Freudig

Wegen des großen Aufwands für die Vorbereitung konnten die Besucher den Motorensound von Strobels Fahrzeug nicht hören. Doch der zweite Dragster, der 1934er Willys Woody Wagon, dröhnte bei der nächsten Vorführung superlaut.