Mit dem Daimler-Prüfzentrum ist in Immendingen im letzten Jahrzehnt eines der flächenmäßig größten Gewerbeareale der Region realisiert worden. Dabei hat sich der Autobauer als beispielgebend gezeigt, was den Umweltausgleich für solche Projekte angeht. Die Umweltexperten des schon für Daimler tätigen Büros Baader Konzept haben jetzt damit begonnen, für Immendingen ein „Ökokonto“ aufzubauen und acht Umweltmaßnahmen auf gemeindlichen Flächen umzusetzen. 2,5 Millionen Ökopunkte werden dort generiert, jeder 70 Cent wert.

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„Wir haben noch viel vor, für das ein Umweltausgleich notwendig ist und haben deshalb schon länger damit begonnen, ein Ökokonto zu schaffen“, so Bürgermeister Stärk. Dabei bietet sich in Immendingen als große Flächen- und Waldgemeinde eine ideale Voraussetzung, um Ökopunkte zu generieren. Wie ein solches Verfahren abläuft, erläuterten die Außenstellenleiterin von Baader Konzept, Sabine Hirsch, und Planer Viktor Gabriel im Gemeinderat.

Biotope sollen angelegt werden

Wollen Kommunen Punkte für ihr Ökokonto erhalten, so müssen sie bestimmte Flächen ökologisch aufwerten. Das heißt, die Funktion eines Biotops verbessern, Flächen entsiegeln, Artenschutz oder Waldumbau betreiben. Acht Umweltmaßnahmen auf Forstflächen in der Gesamtgemeinde wurden ausgesucht, drei Schwerpunkte sind geplant: Das Bilden von „Waldrefugien“, der Waldumbau sowie Artenschutz und das Anlegen von Biotopen.

Gewerbegebietserweiterung kostet 2,9 Millionen Punkte

Als zwei Beispiele in der Gemeinde nannte Gabriel den Umbau von Fichten- zum standortgerechten Buchenwald oder das Schaffen eines Auwaldstreifens am Weisenbach im Tiefental bei Ippingen. „Mit dem Auwaldstreifen werden rund 200.000 Ökopunkte gewonnen,“ so Gabriel. Die acht vorgesehenen Maßnahmen hätten einen Wert von etwa 2,5 Millionen Ökopunkten. Will die Gemeinde das Gewerbegebiet Donau-Hegau um weitere 25 Hektar vergrößern, benötigt sie etwa 2,9 Millionen Ökopunkte als Ausgleich. Verfügt man bei diesem und anderen Projekten bereits über ein Ökokonto, so kann schneller und flexibler reagiert werden.