Mit einem kleinen öffentlichen Einweihungsfest wurde am Wochenende die um Hintschingen führende neu gebaute Entlastungsleitung offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Das Projekt dient einem doppelten Zweck. Zum einen bietet die verlegte Leitung Schutz gegen eine Überflutung aus dem südlich des Ortes gelegenen Schöntal. Das Tal wird durch den sogenannten Talgraben, eigentlich ein unscheinbarer Wasserlauf, entwässert. Aufgrund des beachtlichen Einzugsgebietes besteht durch diesen jedoch ein beträchtliches Hochwasserrisiko.

Weitere Gebäude würden nicht mehr genehmigt

Nach der Hochwassergefahrenkarte des Landes wären nach einem zugrunde gelegten statistischen Wert von HQ 100 in der Ortslage von einer Überschwemmung 50 Gebäuden betroffen, zumal die innerhalb des Ortes erfolgte Verdolung des Wasserlaufes zu klein dimensioniert ist. Die Errichtung weiterer Gebäude würde so gut wie nicht mehr genehmigt.

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„In dem Bestreben zu einem Überschwemmungsschutz zu kommen und weitere Gebäude bauen zu können“, habe die Gemeinde vorsorglich eine Flußgebietsuntersuchung in Auftrag gegeben, erläuterte Bauamtsleiter Martin Kohler. Die Berechnungen durch ein Fachbüro hätten ergeben, dass eine notwendige Aufdimensionierung der Rohre im Ort große Folgen für die Anlieger mit sich bringen würde.

Landwirtschaftliche Nutzung weiter möglich

Da ein Hochwasserrückhaltebecken im Tal noch höhere Kosten verursacht hätte, entschied sich der Gemeinderat für die nun realisierte Gewässerüberleitung in den Schmittengraben. Der Entlastungskanal mit einem Durchmesser von 1,20 Meter und einer Länge von 300 Meter hat eine Überdeckung, welche die weitere landwirtschaftliche Nutzung der Flächen in der Trassenführung ermöglicht. Das Einlaufbauwerk ist so gestaltet, dass der Bypass, so der Fachausdruck, nur bei entsprechend starker Wasserführung des Talgrabens in Betrieb geht.

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Ortsvorsteherin Marlies Aschmann konnte zur Einweihung den neu gewählten Bürgermeister Manuel Stärk, seinen Vorgänger Markus Hugger, der das mit 400 000 Euro veranschlagte Projekt auf den Weg gebracht hatte, Bürgermeisterstellvertreterin Monika Kienzle, Ortsbaumeister Martin Kohler, Gemeinde- und Ortschaftsräte, Vertreter der ausführenden Firma Storz sowie Hintschinger Bürger willkommen heißen. Sie dankte allen, welche die Hochwasserschutzmaßnahme begleiteten und zu einem erfolgreichen Abschluss führten.

Manuel Stärk dankte insbesondere den Grundstückseigentümern, die es erlaubt haben, den Kanal durch ihre Äcker und Wiesen zu legen, und den Anwohnern, welche die Belästigungen durch die im Januar begonnenen Bauarbeiten auf sich nehmen mussten. Bürgermeisterstellvertreterin Monika Kienzle dankte allen Planern, Ämtern und Firmen für die Durchführung.

Zum Abschluss sorgte die Ortschefin für einen Showeffekt. Da wegen der momentanen Trockenheit zu wenig Wasser ankommt, hatte sie aus einem Fass Wasser in den Kanal schicken lassen. Die Beobachter am Auslaufbauwerk stellten befriedigt fest: „ Es läuft“.