Die Rad- und Fußgängerbrücke am Immendinger Bahnhof, zentraler und auch durch den Donau-Rad-Wanderweg viel genutzter Übergang, hat bei einer Prüfung schlechte Noten bekommen. Das 1987 erstellte Bauwerk genügt nicht mehr den Vorschriften, die vor allem für die Benutzung durch Radfahrer gelten.

Auf einer Länge von 400 Metern muss das nur ein Meter hohe Geländer auf 1,30 Meter erhöht werden. Ersatz wäre auch für schadhafte Makrolon-Platten der Geländerfüllung nötig, denn hier könnte ein Kleinkind hindurchstürzen. Nicht zuletzt wegen der hohen Sicherheitsanforderungen fürs Bauen im Bahnbereich kosten ein neues Geländer und kleinere Sanierungen 250.000 Euro.

Radfahrer in den Ort holen

„Ein wichtiger Zweck der Brücke ist es, die Radfahrer des Donau-Rad-Wanderwegs in den Ort zu holen,“ so der Bürgermeister Manuel Stärk. Zudem ist der Übergang, den sogar Mofas nützen dürfen, eine wichtige Verbindung zwischen den dies- und jenseits der Bahnanlagen liegenden Teilen der Kerngemeinde.

Planer Mario Scheible vom Ingenieurbüro Breinlinger bezeichnete den Zustand der Brücke bei der Gemeinderatssitzung „schlechter als Mittelmaß“, denn bei einer Prüfung habe sie nur die Note 3,4 auf einer bis 4,0 reichenden Skala erhalten.

Geländerfüllung ist schadhaft

Wesentliches Manko ist die Höhe des Geländers, das 30 Zentimeter zu niedrig ist. Aber auch die Geländerfüllung müsse teils ersetzt werden, der Korrosionsschutz blättere ab, die Entwässerung im Bereich der Rampe und des Turms auf der Nordseite sei defekt, es gebe lose Belagsplatten und Naturstein-Treppenstufen am Aufstieg sowie notwendige kleinere Betonarbeiten.

Was man in jedem Fall vermeiden wolle, sei eine Sperrung der Brücke für Radfahrer, so Scheible. Als Lösung für das Problem stellte der Planer drei Varianten vor: Die Instandsetzung des Geländers vor Ort mit Einhausung der Brücke über dem Gefahrenbereich der Bahn (290.000 Euro Kosten), Abbau und Ertüchtigung des Geländers im Werk mit Anbringen eines Behelfsgeländers für die Übergangszeit (255.000 Euro) oder komplette Erneuerung des Geländers sofort nach dem Abbau des vorhandenen (250.000 Euro).

Direkter Austausch spart Zeit und Geld

Wie Scheible erläuterte, sei die dritte Variante vor allem deswegen die günstigste, weil der sofortige Austausch viel Zeit spare – und damit auch die Nebenkosten für die Sicherungsmaßnahmen der Bahn verringere. Die Brücke überspannt eine ganze Anzahl von Gleisen des Immendinger Bahnhofs, unter anderem vier elektrifizierte Strecken mit Oberleitung.

Für Variante drei schlug der Planer eine rasche Ausschreibung, die Auftragsvergabe im Juni und die Herstellung des neuen Füllstabgeländers innerhalb von sechs bis acht Wochen vor. Der Austausch des Geländers könnte dann in der zweiten Septemberwoche erfolgen, wobei die Brücke während der Baumaßnahme tagsüber für Fußgänger und Radfahrer geöffnet bliebe und man mit lokalen Bauzäunen arbeite. Lediglich für die Nachtschichten soll die Brücke gesperrt werden.

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Wie Bürgermeister Stärk und Ortsbaumeister Martin Kohler erläuterten, profitiert die Gemeinde voraussichtlich von einem Förderprogramm für Brückenarbeiten und hofft auf eine Förderung zwischen 50 und 90 Prozent. Der Gemeinderat befürwortete einstimmig die dritte Variante für das Projekt.