Im idyllischen Bachzimmerer Tal steht in dem weitläufigen Park des ehemaligen Jagdschlosses, heute im Privatbesitz, die der heiligen Verena geweihte Kapelle. Über dem spitzbogigen Eingangsportal ist in erhabener Schrift die Jahreszahl 1591 zu erkennen.

Lange ging man davon aus, dass es sich bei dem Datum um das Baujahr handle. In ihrem in den Schriften des Baarvereins abgedruckten Beitrag sehen Renate Keusen, Bräunlingen, und Antonia Reichmann, Donaueschingen, Anhaltspunkte, dass das Kleinod schon früher bestand. Äußerlich macht das Kirchlein einen schlichten Eindruck. Erstaunen erwecken jedoch die Wandmalereien, welche dem Innern der Kapelle einen eigentümlichen Reiz geben. Die Darstellungen sind teilweise sehr schwer zu deuten. Insbesondere trifft dies für die fünfzeilige Inschrift an der Nordwand zu.

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Hoffnungslos war lange Zeit der Versuch, sie zu entziffern. Die Buchstaben stehen teilweise auf dem Kopf oder befinden sich in Spiegelschrift, auch von rechts nach links angeordnet, oder mit fortlaufend ohne Zwischenraum aneinander gereihten Wörtern.

Werner Fischer aus Meßkirch ist es inzwischen gelungen, den Text der sehr alten Schrift zu entziffern. Laut seiner wissenschaftlichen Untersuchungen lautet er wie folgt: „ Dies ist Unser Frauen Zeichen in dem finsteren Wald“. Doch die Frage war, was sich hinter dem Text verbirgt. Weitergehende Forschungen führten zu dem Hinweis, wonach man im Mittelalter die Wallfahrt zu dem Marienwallfahrtsort Kloster Einsiedeln mit dem Gnadenbild der Schwarzen Madonna so nannte.

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Es gab zudem durch Graf Heinrich von Fürstenberg (1536 bis 1596) eine Verbindung zwischen dem Adelshaus und Einsiedeln. Die Kapelle war lange Zeit im Fürstenbergischen Besitz. Die Forschungen kommen zu dem Ergebnis, dass die Inschrift so interpretiert werden kann, dass die Kapelle ein sichtbares Zeichen der „Schwarzen Madonna von Einsiedeln“ ist, deren Hilfe und sogar Wundertätigkeit man auch in Bachzimmern erbitten konnte.