Normalerweise werden im Herbst die vertrauten Einladungskarten für den Immendinger Neujahrsempfang versandt. Geplant war er dieses Mal für Sonntag, 10. Januar. Seit 1970 ist der Empfang der Gemeinde der wichtigste Termin am Jahresanfang. In den Folgejahren luden die Bundeswehr, das französische Militär und zuletzt der Landkreis Tuttlingen gemeinsam mit Immendingen zu der Feier ein, die sich zum großen gesellschaftlichen Ereignis im Kreis und darüber hinaus entwickelte.

Nun aber wird der Neujahrsempfang zum ersten Mal seit seiner Einführung durch den damaligen Bürgermeister Helmut Mahler abgesagt. Das haben Bürgermeister Manuel Stärk und Landrat Stefan Bär angesichts der Corona-Lage entschieden.

Empfang nur mit vielen Einschränkungen

„Landrat Stefan Bär und ich haben uns intensiv zum Thema gemeinsamer Neujahrsempfang ausgetauscht,“ informierte Bürgermeister Stärk.“Der Neujahrsempfang wie wir ihn kennen und lieben, kann im Januar 2021 in der bisherigen Form aufgrund der bestehenden Vorgaben und im Sinne des Infektionsschutzes so nicht durchgeführt werden.“ Eine entsprechende Mitteilung habe er auch dem Gemeinderat zugesandt, so Stärk.

„Hätte man sich für eine Durchführung der Veranstaltung entscheiden, wäre an einen Empfang im Nachgang des offiziellen Teils angesichts der Einschränkungen nicht zu denken gewesen und auch die Einladungsliste mit über 600 Gästen hätte aufgrund der Raumkapazität in der Donauhalle schmerzlich zusammengestrichen werden müssen,“ stellte der Bürgermeister klar. „In Summe würde auf Biegen und Brechen ein Empfang auf die Beine gestellt, der mit dem bedeutungsvollen Ereignis, wie wir es sonst kennen, nichts mehr zu tun hätte.“

Tradition soll 2022 fortgesetzt werden

Die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, jedoch müssten Landrat Stefan Bär als Chef des Gesundheitsamts und die Gemeinde als Ortspolizeibehörde in Zeiten der Corona-Pandemie als Vorbilder und verantwortungsvoll handeln.

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Stärk geht davon aus, dass es sich nur um ein Aussetzen des gemeinsamen Neujahrsempfangs handelt und man im Folgejahr wieder an die über 50-jährige Tradition anknüpfen kann. Landrat Bär habe zugesagt, dass der Landkreis – ausgehend davon, dass die Pandemie bis dahin im Griff ist – 2022 mit der Gemeinde wieder den Empfang in der Donauhalle in Immendingen ausrichten werde.

Erster Empfang im Jahr 1970

Da die Feier immer am zweiten Sonntag im Januar stattfindet, konnte der 50. Empfang 2020 noch abgehalten werden, ehe Corona das öffentliche Leben stoppte. Helmut Mahler hatte die Veranstaltung 1970 nach seiner Wahl zum Bürgermeister eingeführt. Zunächst fand sie in der Aula der Schlossschule im örtlicheren Rahmen statt.

Dann kam die Bundeswehr als Ausrichter hinzu, später auch die französische Garnison. Inzwischen war man in die Donauhalle umgezogen. Bürgermeister Markus Hugger führte die Tradition nach seinem Amtsantritt fort, und der Landkreis Tuttlingen trat als Mitveranstalter an die Stelle des Militärs.

Redner aus Wirtschaft, Politik, Forschung

Die Festredner, angefangen von Wirtschaftsminister Ernst Pfister, über Volkskunde-Professor Werner Mezger bis zu Experten von Daimler oder zu Fachleuten vom Max-Planck- und Prognos-Institut sowie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt, griffen alljährlich allgemein interessante und kritische Themen auf, die bei den Gästen gut ankamen.

An den offiziellen Teil, anfangs noch mit Sportlerehrung, schloss sich der eigentliche Empfang mit Bewirtung durch die Gretele der Narrenzunft an. Die musikalische Begleitung übernahm seit Jahren der Akkordeonverein „Junge Donau“.

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