Jutta Freudig

Auf der einen Seite herrscht Freude: 2021 hat der Immendinger Gemeindewald einen Gewinn von 460.000 Euro erwirtschaftet, 2022 werden es mindestens 350.000 Euro sein und nächstes Jahr wird voraussichtlich wieder ein Plus von über 300.000 Euro erzielt.

Bäume haben Stress

Wichtige Faktoren dafür sind die Holzmarktlage und die Dienstleistungen, die Gemeindeförster Martin Schrenk für den Daimler-Privatwald erbringt. Auf der anderen Seite gibt es „Stress“ für die Bäume im Wald. Zu viel Hitze, zu wenig Regen und um sich greifende Käferschäden. Vorerst blicken die Forstleute und mit ihnen Gemeindeverwaltung und Gemeinderat optimistisch in die Zukunft.

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Noch ist Immendingen weniger von Klima- und Käferschäden betroffen als andere Kommunen. Mit Waldumbaumaßnahmen und vermehrter Pflanzung klimaresistenter Baumarten versucht man, die Entwicklung in der Natur besser in den Griff zu bekommen. Über die aktuelle Lage berichtete bei der Forstberatung des Gemeinderats der Leiter des Kreisforstamts Tuttlingen, Karlheinz Schäfer.

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Von den dauerhaft über dem langjährigen Durchschnitt liegenden Temperaturen und der Dürre sei vor allem die Fichte betroffen, die an Vitalität verliere und mit dem Käferproblem zu kämpfen habe. „Wir setzten verstärkt auf eine Vielfalt der Baumarten, auf Naturverjüngung und auf klimatolerantere Bäume,“ so Schäfer. Zudem hatte Immendingen das Glück, dass der Anteil des Schadholzes durch Käfer und Sturm nur bei rund 20 Prozent lag.

2023 ist schwer einzuschätzen

Was die finanzielle Seite angeht, so folgte auf eine von Schäfer als „verrückt“ bezeichnete Holzmarktlage im Jahr 2021 im zweiten Halbjahr 2022 eine spürbar zurückgehende Ertragslage. Letztlich wird der Gemeindewald aber dennoch auch dieses Jahr gute Ergebnisse einfahren. Schwerer einzuschätzen sei das Jahr 2023, so Schäfer. Einiges hänge auch von der Entwicklung auf dem Bau ab. Jetzt schon ist aber klar, dass notwendige Ausgleichsmaßnahmen und die Erschließung des Gewerbegebiets Donau-Hegau II die Menge des nächstes Jahr einzuschlagenden Holzes maßgeblich mitbestimmen.

In der finanziellen Planung für den Gemeindewald stehen im kommenden Jahr einer Gesamteinnahme von 1,4 Millionen Euro, die vor allem aus der Holzernte kommt, Gesamtausgaben von 1,1 Millionen Euro gegenüber. Auf der Ausgabenseite gibt es unter anderem Beträge für die neuen Baumkulturen, für den Waldschutz, die Bestandspflege, die Erschließung der Wälder und rund 100.000 Euro für die sogenannte „Schutzfunktion“ des Waldes. Dazu zählen zum Beispiel Naturschutz, Schutz vor Erosion, Lärm, Staub, Überschwemmungen oder auch die Erholungsfunktion des Waldes.

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Auf der Einnahmeseite machen neben der Holzernte die Dienstleistungen für den Daimler-Privatwald mit 170.000 Euro eine feste Größe aus. „Die Einnahmen für die Betreuung des Waldes beim Testgelände sind vom Holzmarkt unabhängig und stützen weiter den Forstbetrieb“, erklärte der Forstamtsleiter mit einem Lob für die rationelle Betriebsführung durch Martin Schrenk.

Eigenbeförstung zahlt sich aus

Auch seitens der Gemeindeverwaltung wurde diese Dienstleistung als „zweites Standbein“ für den Forstbetrieb bezeichnet. Insgesamt wirke sich der Gemeindewald damit 2023 auch im vierten Jahr nach dem Übergang in die Eigenbeförsterung positiv auf den Gemeindehaushalt aus.

„Wir wissen den Gemeindewald bei Forstbetriebsleiter Martin Schrenk in guten Händen“, betonte Bürgermeister Manuel Stärk, ehe der Gemeinderat dem Betriebsplan 2023 zustimmte.