Die Gemeinde hat das am Weg zum Friedhof stehende, als Adamskreuz bekannte Feldkreuz grundlegend restaurieren lassen. Das Kruzifix erstrahlt damit wieder in neuem Glanz. Zugleich wurde der Platz neu gestaltet und eine Bank aufgestellt. Auf ihrem Weg hinauf zum Friedhof können die Besucher nun eine Verschnaufpause einlegen.

Von der Klosterkapelle nach Zimmern

Das Feldkreuz hat einen historischen Hintergrund: Otto Hienerwadel, 1880 in Zimmern geboren, berichtet in seiner Chronik über das älteste Zimmerer Geschlecht, dass das Kreuz auf das Benediktinerinnenkloster St. Sebastian zu Amtenhausen zurückgeht. Danach stand das Kreuz ursprünglich in der unteren Kapelle des Klosters am Ausgang gegen Zimmern. Nach der Auflösung des Klosters kümmerte sich niemand mehr um die Kapelle und das Dach wurde undicht.

Um das Kreuz vor dem Zerfall zu bewahren, bauten es Ignaz Hienerwadel und sein Sohn Mathä, welche die Felder des ehemaligen Klosters bewirtschafteten, samt Corpus ab und brachten es im Prioratsgebäude unter. Als die Klosterbauern 1880 nach Ablauf des Pachtvertrages auf ihren Hof nach Zimmern zurückkehrten, nahmen sie das Kreuz mit und ließen es instand setzen.

Christuskörper ist Nachbildung

Der bisherige, durch Witterungseinflüsse heruntergekommen Christuskörper an dem an dieser Stelle bereits stehenden Familienkreuz wurde nun durch den von Amtenhausen ersetzt. Weitere Instandsetzungen folgten. Um einem Diebstahl des in die Zeit der Spätrenaissance datierten wertvollen Christuskörpers vorzubeugen, wurde dieser gesichert und vor einiger Zeit durch eine Nachbildung ersetzt.

Bereits in früherer Zeit sollen am heutigen Standort des Adamskreuzes ein Bildstöckle und eine Mühle, Stolzenmühle genannt, gestanden haben. Die Mühle wurde um 1400 abgebrochen. An sie erinnert heutezutage die Gewannbezeichnung Stolzenmühle.

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Die Grundstücke in diesem Bereich waren über 500 Jahre lang im Besitz der Familie Hienerwadel. Ein Güterbeschrieb aus dem Jahr 1580 nennt als Eigentümer einen Adam Hienerwadel, dessen Name das Kreuz trägt. Bei den Flurprozessionen am Himmelfahrtstag zogen die Gläubigen jeweils zum Adamskreuz.