Vor 25 Jahren haben sie die Geister der einstigen Burg Junghewen bei Immendingen zu neuem Leben erweckt: Die 30 Gründungsmitglieder der Narrengruppe Hewenschreck ahnten damals wohl kaum, dass sie 2019 mit ihrem auf nun rund hundert Narren angewachsenen Verein einen großen Jubiläumsabend feiern, zu dem sich Zünfte aus der ganzen Umgebung angesagt haben. Am Samstag, 16. Februar, um 20 Uhr beginnt die Jubiläumsparty in der Donauhalle. Auf dem Programm stehen Brachtumsvorführungen der Gastzünfte und Showtänze. Die Hewenschreck selbst beteiligen sich mit einer außergewöhnlichen Aufführung. Der Verein ist inzwischen eine feste Größe im Immendinger Gemeindeleben geworden und auch außerhalb der Fasnacht aktiv.

  • Großer Jubiläumsabend: "Das wird eine Jubiläumsparty, nicht nur ein Hewiball", sagt Vorsitzender Martin Weißhaupt. Der 29-jährige Architekt im Praktikum ist seit Mai 2017 Vorsitzender der Hewenschreck und hat damals Silke Schuler abgelöst, die 19 Jahre an der Spitze des Vereins stand. Wie der Vorsitzende berichtet, werden sämtliche Narrenvereine der Gemeinde Immendingen beim Ball zu Gast sein und am Programm mitwirken. Erwartet werden die Narrenzunft "Strumpfkugler Immendingen", die Zimmerer Teufel, die Hintschinger Schöntalhasen und der Narrenverein Hattingen. Weitere Gastvereine sind die Seltenbach-Geister Tuttlingen, die Unterdorfhexen Tuttlingen/Immendingen und der Turnverein. Für musikalische Programmbeiträge sorgen die Gemeindemusikkapelle Immendingen und die Gruppe "Il Basaltos".
Bei Festabend anlässlich des 20-jährigen Bestehens 2014 gratulierte der Zunftmeister der Narrenzunft "Strumpfkugler", Peter Grieninger, der damaligen Vorsitzenden der Hewenschreck, Silke Schuler. Sie leitete den Verein bis 2017 19 Jahre lang. Bild: Jutta Freudig
Bei Festabend anlässlich des 20-jährigen Bestehens 2014 gratulierte der Zunftmeister der Narrenzunft "Strumpfkugler", Peter Grieninger, der damaligen Vorsitzenden der Hewenschreck, Silke Schuler. Sie leitete den Verein bis 2017 19 Jahre lang. Bild: Jutta Freudig | Bild: Jutta Freudig
  • Showtanz aller Hewis: Auf dem Programm stehen laut Martin Weißhaupt unter anderem ein Brauchtumstanz der Zimmerer Teufel, der Hanseletanz der Strumpfkugler-Zunft, ein Showtanz des Turnvereins und eine außergewöhnliche, 15-minütige Tanzvorführung der Hewenschrecks, für die noch ein letztes Mal in bewährter Weise Nicole Wußler die Choreografie einstudiert hat. "An dem Tanz beteiligen sich die Frauen, die Männer und die Kinder der Hewis", verrät der Vorsitzende. Ehrungen seien bei dem Jubiläumsabend nicht vorgesehen, sagt Martin Weißhaupt. "Das machen wir bei unserer Jahreshauptversammlung. Beim Jubiläumsabend sollen das gemeinsame Feiern und die Geselligkeit im Mittelpunkt stehen." Abgerundet wird das Programm des Abends durch Tanz und Unterhaltungsmusik mit dem Duo "Dine und Robi".
Der Vorstand des Narrenvereins Hewenschreck (von links): Tobias Spegel, Karin Sterk, Martin Weißhaupt ( Vorsitzender), Doreen Schechinger, Bernd Doser, Holger Kaiser, Jörg Hofacker, Katrin De Giovanni, Doris Henning, Silke Schuler. Bild: Franz Dreyer
Der Vorstand des Narrenvereins Hewenschreck (von links): Tobias Spegel, Karin Sterk, Martin Weißhaupt ( Vorsitzender), Doreen Schechinger, Bernd Doser, Holger Kaiser, Jörg Hofacker, Katrin De Giovanni, Doris Henning, Silke Schuler. Bild: Franz Dreyer | Bild: Franz Dreyer
  • Wie alles begann: Bei dem Jubiläumsabend stellen die Hewenschreck einmal mehr unter Beweis, dass sie in den letzten 25 Jahren zu einem festen Bestandteil im Vereinsleben der Gemeinde und darüber hinaus geworden sind. Im Jahr 1994 hatten sich vorwiegend einige Frauen zusammengetan, um mit dem Wunsch, auch unter der Maske an der Immendinger Fasnet mitwirken zu können, an die Narrenzunft heranzutreten. Eine gemeinsame Verwirklichung schlug dabei aber fehl. Stattdessen wurden die 30 Gründungsmitglieder selbst aktiv und riefen nach einer Geschichte über die Burg Junghewen den "Hewenschreck-Geist" ins Leben. "Es war nicht ganz einfach, eine neue Narrenfigur zu kreieren", so Martin Weißhaupt. Man habe einige Recherchen betrieben, ehe es soweit war. 1995 dann fand die Wahl zur ersten Vorstandschaft statt und die Hewenschrecks beteiligten sich erstmals am Umzug in Immendingen, wobei sie das typische braun-grau-weinrote Häs und die unverkennbare Maske trugen.
  • Immer mehr Mitglieder: Die Mitgliederzahl wuchs über die Jahre bis über hundert an. 1996 wurde der erste Ball der Hewenschreck veranstaltet, damals noch im Soldatenheim. Nach großer Resonanz und Umzug in die Donauhalle zum zehnten Geburtstag fand der "Hewi-Ball" jeweils im zweijährigen Rhythmus statt. Mit der Feier zum 20-jährigen Bestehen 2014 unterstrichen die Hewis ihre lange Tradition und den unvergleichlichen Zusammenhalt als Narrengruppe mit Mitgliedern vom Kind bis zum Erwachsenen. Auch außerhalb der fünften Jahreszeit sind die Hewenschrecks in der Gemeinde aktiv, beteiligen sich zum Beispiel alljährlich am BdS-Weihnachtsmarkt.
  • Fastnachtsaktivitäten 2019: Nach ihrem Ball am Samstag setzen die Hewis ihre närrischen Aktivitäten fort. So fahren sie am 22. und 23. Februar zu Umzügen nach Freudenstadt, sie beteiligen sich an den Immendinger Fasnetterminen, am Hasensamstag in Hintschingen (2. März) und am Rosenmontag (4. März) am Umzug in Stühlingen.