Sowohl auf der Verladerampe des Bahnhofs Immendingen, als auch entlang des Verladegleises in der Güterbahnhofstraße türmen sich große Holzmengen. Der Anblick erinnert an die Glanzzeiten des Bahnhofes, in welchen dieser auch ein bedeutender Güterumschlagplatz war.

  • Das Holzlager: Die an den beiden Stellen gelagerten Fichtenabschnitte kommen keineswegs nur aus den Immendinger Wäldern. Diese wurden vielmehr auch aus der näheren und weiteren Umgebung antransportiert. Es handelt sich im Wesentlichen vom Borkenkäfer befallenes Holz von minderwertiger Qualität, das nicht für Bauholz geeignet ist und nur einer sonstigen stofflichen oder thermischen Verwertung zugeführt werden kann. Neben der Bereitstellung zur vorgesehenen Bahnverladung hat die Anfuhr und die Lagerung einen weiteren Grund: „Das vom Borkenkäfer befallene Holz muss aus Forstschutzgründen schnellstens aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden, um dem Schädling kein Brutmaterial zu bieten“, erläutert Sachgebietsleiter Ulrich Maier vom Kreisforstamt mit Blick auf das Immendinger Lager. Hinzu kommt, dass durch diese präventive Maßnahme auf die Behandlung der Stämme mit Herbiziden, also Gift, verzichtet werden kann.
  • Käferproblematik: Die trockene Witterung im vergangenen Sommer und Herbst hat zu einer starken Vermehrung der rindenbrütenden Käfer geführt. Dem Angriff durch die Käfer, die auch als Buchdrucker und Kupferstecher bezeichnet werden, haben die durch Trockenheit geschwächten Bäume keine Abwehr entgegenzusetzen. Dem starken Käferansturm erliegen auch vitale Stämme. Da der Befall im Kronenraum stattfindet, ist er nicht schnell zu erkennen. Mit ihrem unbändigen Hunger bohren sich die Schädlinge in die Bäume ein und zerstören die unter der Rinde befindliche Lebensschicht, den für den Wasser- und Nahrungstransport wichtigen Bast und bringen so die Bäume zum absterben. Bei günstigen Bedingungen vermehren sich die nur wenige Millimeter großen Käfer geradezu explosionsartig. Innerhalb eines Jahres sind mehrere Generationen möglich. Ein Weibchen produziert bis zu 100 000 Nachkommen im Jahr.
  • Große Schadholzmengen: Landesweit sind durch den Schädling große Kalamitätsholzmengen angefallen. Hinzu kommt, dass der Schneefall im Januar in den Hochlagen des Landkreises Tuttlingen das Problem noch verstärkt hat. Der Last des nassen Schnees konnten die Bäume nicht standhalten. "In diesen Gebieten liegen in vielen Nadelholzbeständen abgebrochene Kronen oder sogar ganze Bäume am Boden. Es wird von einem Schneebruchholzanfall von etwa 15 000 Festmeter ausgegangen", so Ulrich Maier.
  • Schwierige Marktsituation: So drängen große Schadholzmengen auf den Markt. Durch den Schneebruch hat sich die Situation noch zusätzlich verschärft. Das Holz ist nur schwer absetzbar. Als Folge der schwierigen Marktsituation sind die Preise stark unter Druck geraten, was zu bedeutenden finanziellen Verluste führt. Im Staatswald versucht man der schwierigen Situation durch zurückgenommene Holzhiebe gegenzusteuern. Es ist kaum auszudenken, welche Situation bei einem trockenen und warmen Frühjahr mit einer sich verstärkenden Käferproblematik eintreten würde.

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