Dem aufmerksamen Naturbeobachter fällt ins Auge, dass an einem exponierten Waldrand oberhalb der Zimmerer Holzbrücke sich eine ganze Kolonie von Waldameisen angesiedelt hat. In nur kurzen Abständen sind 14 Bauten in unterschiedlicher Höhe zu sehen.

Offenbar fühlen sich die Ameisen an dem Waldrand wohl. Sie gelten als wichtiger Teil des Ökosystems. „Die rote Waldameise ist nützlich für den Wald, da sie viele Schadinsekten vertilgt“, erläutert dazu auf Nachfrage Naturschutzbeauftragter Werner Engbers. Interessant ist, dass die Waldameisen als Spürhunde der Geologen gelten, da sie ihre Bauten offenbar auf geologischen Störzonen bauen. Die zu beobachtende große Zahl der Ameisenhügel ist verwunderlich, da die Zahl der Waldameisen in den heimischen Wäldern zurückgegangen ist. Meist begründet sich dies durch Eingriffe in ihren Lebensraum. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz gehören sie zu den besonders geschützten Tierarten.

Ameisen sind emsige Baumeister

Die Ameisenhügel, die zum Teil bis zu eineinhalb Meter hoch sind und vorwiegend aus Fichtennadeln bestehen, haben in der Regel eine spitze Form, damit Regenwasser oder die Feuchtigkeit von auftauendem Schnee besser abfließen können. An der Bauform soll man erkennen können, wie das Wetter wird. Interessant ist das Treiben der Tiere an warmen Sommertagen. Rund um den Ameisenhügel wimmelt es, dann sind sie emsig beschäftigt mit dem Einsammeln der Nahrung zur Fütterung des Nachwuchses und für die Vorratskammern.

Die Tiere sind zwar Allesfresser, bevorzugen jedoch die Ausscheidungen der Baumläuse und jagen andere Insekten am Boden und auf Bäumen in der näheren Nestumgebung. Ein Ameisenhügel ist nicht nur oberirdisch bewohnt, sondern etwa zwei drittel des Baues befinden sich im Untergrund, der von verschiedenen Kammern und Gängen durchsetzt ist.

Im Ameisenstaat werden meist die unfruchtbaren und flügellosen Arbeiterinnen angetroffen, die eine Größe bis zu einem Zentimeter erreichen. Sie bewachen die Eingänge und versorgen die Brut. Daneben gibt es auch fruchtbare Weibchen, die Königinnen, die mit ihren Eiern für den Fortbestand der Art sorgen.