Die in der ehemaligen Immendinger Oberfeldwebel-Schreiber- Kaserne stationierten Einheiten boten einst eine gute Plattform für die Karriere der dort wirkenden Kommandeure. Eine ganze Anzahl von ihnen, auch des damaligen dritten französischen Husarenregiments, wurden inzwischen zu Generälen befördert.

Auf den Weg nach ganz oben hat es Eberhard Zorn geschafft, der bis zum 21. September 2001 zwei Jahre als Oberstleutnant und Standortältester das Feldartilleriebataillon 295 kommandierte. Der 58-jährige bisherige Generalleutnant wurde dieser Tage zum Generalinspekteur der Bundeswehr ernannt. Als ranghöchster Soldat der Bundeswehr ist er damit truppendienstlicher Vorgesetzter aller rund 180 000 Soldaten der Streitkräfte, deren höchster militärischer Repräsentant, Berater der Regierung und für die Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung verantwortlich. Neben einer Vielzahl unterschiedlicher Verwendungen, darunter auch Auslandseinsätzen, unter anderem im Kosovo, war Eberhard Zorn zuletzt seit Juli 2017 als Abteilungsleiter Personal im Bundesministerium der Verteidigung in Berlin tätig.

Bei seiner Verabschiedung von Immendingen hatte er betont, dass ihm sein Wirken an dem Standort sehr viel Spaß gemacht habe. "Ich habe in Immendingen sehr viel Offenheit und Ehrlichkeit gespürt", äußerte Zorn damals und würdigte die unbürokratische Abwicklung mit den einzelnen Behörden und vor allem die hervorragende Einbindung in die Gemeinde. Positiv wertete er in seiner Abschiedsrede auch die harmonische Zusammenarbeit innerhalb der Deutsch-Französischen Brigade in dem binationalen Standort.

Eberhard Zorn fühlte sich als Kommandeur in Immendingen offensichtlich sehr wohl und verließ den Standort nach seinen Worten mit Wehmut zu seiner neuen Verwendung als Grundsatzreferent in der Personalführung für Generale und Oberste im Heer in Bonn.

Der neue Generalinspekterr ist nach wie vor mit seinem ehemaligen Standort auch durch einen Freundeskreis verbunden. So empfing er erst vor wenigen Wochen den Vorstand der Senioren Union des Landkreises Tuttlingen. Der Freundeskreis wird auch bei der am 19. April im Bendlerblock, dem Verteidigungsministerium in Berlin, stattfindenden Amtseinführung durch die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vertreten sein. Zu dem militärischen Zeremoniell wird die Familie Udo Ehlers nach Berlin reisen und am Abend zuvor auch am Großen Zapfenstreich zur Verabschiedung des Vorgängers Volker Wieker teilnehmen.