An der Immendinger Verbandskläranlage laufen derzeit die Arbeiten für die größte Ausbaumaßnahme seit Bestehen der Einrichtung. Die Anlage, die das Abwasser der Gemeinde Immendingen und der Stadt Geisingen säubert, erhält eine dritte und eine vierte Reinigungsstufe. Das bedeutet, dass nach der für Anfang 2021 vorgesehenen Fertigstellung des Fünf-Millionen-Euro-Projekts ein Abwasserreinigungsgrad erreicht wird, der in ganz Baden-Württemberg seines Gleichen sucht.

Weniger Phosphat im Abfluss

Künftig ist sowohl die Phosphatkonzentration am Abfluss der Kläranlage geringer, als auch die Menge an Spurstoffen, wie etwa Medikamente. Dafür sorgen besondere, landesweit neue Filter. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, gibt es hohe Zuschüsse.

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  • Bauarbeiten seit März: Metertiefe Ausschachtungen zwischen den Klärbecken der Anlage des Gemeindeverwaltungsverbands Immendingen/Geisingen zeugen derzeit davon, dass die Bauarbeiten für das Großprojekt im Gange sind. Bereits im März hat die Verbandsversammlung die Rohbauarbeiten mit einem Aufwand von 1,6 Millionen Euro an die Firma Leonhard Störk in Emmingen-Liptingen vergeben.

80 Prozent Zuschuss

  • Wegen der hohen, 80-prozentigen Bezuschussung durch das Land Baden-Württemberg, mussten die Arbeiten zeitgerecht anlaufen. Der offizielle erste Spatenstich für die Maßnahme folgte Anfang Mai.
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  • Aufwändige Filtration: „Beim Bau der dritten und der vierten Reinigungsstufe handelt es sich um eine der größten Tief- und zugleich Hochbaumaßnahmen an unserer Kläranlage“, hatte der Verbandsvorsitzende, Immendingens Bürgermeister Markus Hugger, bei der Feier anlässlich des ersten Spatenstichs erläutert. Die Erweiterung der Kläranlage sei eine Maßnahme, die nicht alltäglich sei.

Besondere Geologie

  • Auf Grund der in Immendingen vorhandenen geologischen Struktur mit den Versinkungsstellen der Donau unterhalb der Kläranlage war für die Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis eine höhere Anforderung an den Grenzwert für Phosphat am Abfluss gestellt worden. Um diese Anforderungen zu erfüllen, lässt der Verband nun einen Sandfilter einbauen. Ergänzt wird dieser zusätzlich durch granulierte Aktivkohle, so dass auch Spurenstoffe aus dem Abwasser entfernt werden können. Ein Teil des gereinigten Abwassers gelangt über die Donauversinkung und Aach in den Bodensee, der gleichzeitig ein großer Trinkwasserspeicher ist.
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  • Fertigstellung 2021 vorgesehen: Nach dem Start der Rohbauarbeiten für die Erweiterung der Kläranlage hat die Verbandsversammlung dann auf ihrer Sitzung im Juli noch weitere Arbeiten für die künftige Ausstattung des Neubaubereichs vergeben, darunter die maschinentechnische und die elektrotechnische Ausrüstung für jeweils gut eine Million Euro.
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  • Zeitplan: Ehrgeizig bleibt weiterhin der Zeitplan für das wichtige Projekt. Gernot Molitor, für das Ingenieurbüro Götzelmann in Planung und Bauüberwachung tätig, legte die Zeitplanung wie folgt dar: Nach dem Einbringen der Bodenplatte des Gebäudes wolle man bis November die Betonarbeiten am Neubau abschließen. Während des Winters 2019/20 werden die Maschinentechnik und die Rohre in und beim Gebäude installiert. Ziel des Verbands ist es, spätestens Anfang des Jahres 2021 mit den beiden neuen Reinigungsstufen der Verbandskläranlage in Betrieb zu gehen.