Die Donau als Fluss der Superlative und die Donauversickerung im Speziellen sollen in Zukunft einheitlich beworben und touristisch besser vermarktet werden. Ein von der Gemeinde Immendingen mitfinanziertes Konzept der in Tourismusfragen erfahrenen Agentur Kohl und Partner sieht vor, dass die Donauversickerung als regionales Phänomen dezentral in Immendingen, Möhringen, Tuttlingen, Fridingen und auch in Aach vor Ort präsentiert und vermittelt wird. Erscheinungsbild, inhaltliches und grafisches Konzept sowie die überregionale Vermarktung sollen aus einem Guss sein. Erstes Ziel ist die Schaffung von Info-Points in allen Orten, ab 2022 wird möglicherweise ein zentrales Infozentrum geschaffen.

  • Handlungskonzept: Das im Gemeinderat vorgestellte Handlungskonzept umfasst unter anderem folgende Vorschläge: Durch eine einheitliche Besucherlenkung und Beschilderung will man die Gäste auf die "Versinkungsstellen" vor Ort hinweisen und das Gesamtphänomen vermitteln. Dies soll neben Infotafeln vorrangig mit modernen digitalen Methoden erfolgen. Die regionale Vernetzung soll auch dazu beitragen, dass Besucher gezielt von Ort zu Ort geführt werden. Die Vermarktung erfolgt zentral über die Donaubergland GmbH – von Infobroschüren über eine Website nebst App bis zur Vermarktung auf Messen. Auch die Tourismuswerbung und Medienkontakte ist zentral gelant. Dafür wird bei Donaubergland eine 20-Prozent-Stelle eingerichtet.
  • Namensvereinheitlichung: In der Frage, ob das Phänomen unter dem Begriff "Donauversinkung" oder "Donauversickerung" vermarktet werden soll, schlägt das Konzept als Kompromiss vor, dass es künftig in der Außendarstellung mit dem Oberbegriff "Faszination Donauversickerung" bezeichnet wird, während es vor Ort jeweils lokale "Versinkungsstellen" gibt. Die Gemeinde Immendingen, auf deren Gemarkung die Hauptversinkungsstelle liegt, kann deshalb in diesem Kontext weiter mit dem Slogan "Immendingen an der Donauversinkung" arbeiten. In allen anderen beteiligten Orten wird für die konkreten Stellen ebenfalls der Begriff "Versinkungsstelle" verwendet.
  • Gemeindevorteile: Immendingen wird von einer professionellen Vermarktung der Donauversickerung in mehrfach profitieren: Die Hauptversinkungsstellen werden immer einer der größten Attraktionspunkte im Gesamtsystem sein; durch eine systematische professionelle Vermarktung können als Vorteil für die Gastronomie mehr potentielle Gäste in die Region gelockt werden; durch die aufeinander abgestimmte Bewerbung der verschiedenen Punkte erhöht sich die Verweildauer und somit die Wertschöpfung vor Ort und durch die überregionale Bewerbung steigt der Bekanntheitsgrad von Immendingen.
  • Umsetzungsphasen: Für das Projekt ist eine Umsetzung in drei Phasen geplant. In Phase eins ab 2019 mit erstem Marketing, Beschilderung und Start der "Lauschtour" (interaktive App zur Donauversickerung mit Anlaufpunkten vor Ort); in Phase zwei ab 2020 die Einrichtung der örtlichen Info-Points und eine Machbarkeitsstudie zum Info-Zentrum sowie in Phase drei ab 2022 der Aufbau eines zentralen Infozentrums. Das inhaltliche Konzept sieht vor, dass in Immendingen der Schwerpunkt auf den Themen Hydrologie, Dolinen/Einbrüche, Karst und Höhlensystem, Vulkanismus (Höwenegg), Vollversickerung, erster Höhlenfisch Europas, unterirdische Wasserscheide und Namensstreit liegen soll. Diese Themen werden in Print und digital aufbereitet und am Immendinger Info-Point präsentiert. Denkbar wäre ein solcher Info-Container laut Bürgermeister Markus Hugger am Standort "Unterer Ösch" beim Donauwehr. Der Gemeinderat nahm das Handlungskonzept zustimmend zur Kenntnis. Für die Phasen eins und zwei sollen im Etat Mittel eingeplant werden.