Teufel und Köhler sind die dominierenden Zimmerer Fasnachtsfiguren, zurückgehend auf eine Sage im Zusammenhang mit dem ehemaligen Kloster Amtenhausen. Doch bei den Umzügen am Rosenmontag waren in den vergangenen Jahren auch Hansel zu sehen. Es keimte die Frage auf, ob es sich dabei um frei interpretierte Hansel handelte.

Richtet man den Blick in die Historie, so ergeben sich Anhaltspunkte, dass dies offenbar nicht der Fall ist. Helga Müller aus Möhringen, in Zimmern aufgewachsen und an der Heimatgeschichte sehr interessiert, weiß zu berichten, dass nach einem Fahrnisverzeichnis, das einem Übergabevertrag vom 17. Oktober 1862 angeschlossen war, eine Ahnin ihrer Familie, Susanne Grieninger aus Zimmern, auch sechs Narrenanzüge mit in die Ehe brachte. Der Heimatforscher Fritz Vögele schreibt: "Vier Masken dieser Narrenanzüge haben auch die unruhigen Zeiten der Kriege heil überstanden und befinden sich noch im Privatbesitz“.

In der Tat wurden bei einem Dachbodenfund im Haus ihrer Vorfahren, wie Helga Müller weiter informiert, in einer Holzkiste verpackt Masken und auch Narrenhäs, wohl auf die damalige Zeit zurückgehend, gefunden. "Noch relativ gut erhalten war das Oberteil, aus Leinenstoff gefertigt und auf einfache Art mit Plätzchen aus Stoffresten besetzt", so Müller. Daraus ergibt sich, dass die Fasnet in Zimmern schon lange verwurzelt war. Aus den Funden geben sich interessante Anhaltspunkte, dass es schon früher im Ort eine Art Hansel gab, in der damals armen Zeit verständlicherweise nicht so bunt bemalt wie die heutigen Weißnarren.

Siegfried Tritschler fertigt die Holzmasken für die Zimmerer Hanselgruppe.
Siegfried Tritschler fertigt die Holzmasken für die Zimmerer Hanselgruppe. | Bild: Franz Dreyer

Jetzt bildete der entdeckte Nachlass eine gute Vorlage, um ein Häs dieser Art schneidern zu können. Helga Müllers Bruder Siegfried Tritschler, von Beruf Modellbaumeister, wurde initiativ: Tritschler wohnt in Hattingen und beherrscht die Kunst des Maskenschnitzens und Bemalens. Als Hobby hat er auch schon Masken für Narrenfiguren umliegender Zünfte hergestellt. Nun fertigte er nach der historischen Vorlage originalgetreue Masken aus Lindenholz, damit die Gruppe bei der Ortsfasnet auftreten und damit der Hansel wieder aufleben kann.