Die traditionelle Maiandacht in Amtenhausen bildet am Muttertag immer einen beliebten Termin im Kirchenkalender. Zahlreiche Gläubige aus der gesamten Seelsorgeeinheit St. Sebastian, die bis Möhringen und Esslingen reicht, waren im Gedenken an die selige Beatrix wieder an den denkwürdigen Ort gekommen, um zusammen mit Pfarrer Axel Maier die Maiandacht zu feiern. Diese wurde wieder vom Musikverein Zimmern unter Leitung von Wolfgang Wieser umrahmt.

In diesem Jahr gab es eine Premiere: Die Teilnehmer waren zum Abschluss erstmals zu einem gemütlichen Hock eingeladen. Vom Gemeindeteam mit Getränken versorgt, konnten diese in den Räumlichkeiten, welche die Familie Klaus Heiß vom Klosterhof zur Verfügung stellte, den Maiabend gemeinsam gemütlich ausklingen lassen.

Die Maiandacht erinnert alljährlich an die Geschichte des Benediktinerinnenklosters St. Sebastian, auf welches der Name der Seelsorgeeinheit zurückgeht. Das Kloster Amtenhausen wurde im Jahre 1107 von Abt Theoger von St. Georgen gegründet. Die Einweihung erfolget 1113 durch Bischof Gebhardt von Konstanz. Über Jahrhunderte war Amtenhausen neben Mariahof in Neudingen eines der bedeutendsten Frauenklöster der Baar. Es hatte Besitz in über 40 Ortschaften.

Die Auflösung erfolgte im Rahmen der Säkularisation im Jahre 1802. Letzte Äbtissin war Kunigunde Schilling von Hintschingen. Ab 1843 erfolgte der Abbruch der Gebäude und die Einebnung des Friedhofes. Erhalten geblieben ist nur das sich seit Jahren im Privatbesitz befindliche ehemalige Prioratsgebäude.

Zur Erinnerung an das Kloster und zum Andenken an die selige Beatrix, die am 1. Januar 1111 verstarb, ließ das Haus Fürstenberg, auf welches der Klosterbesitz überging, ein Kreuz mit einer Bildtafel errichten, das der damalige Erzbischof Hermann Schäufele am 13. November 1960 einweite. Zum Schutz der Bildtafel gegen Witterungseinflüsse hat der fürstliche Forstdirektor Gottlieb Cerny 1975 die Schaffung eines Bildstockes an der Gedenkstätte veranlasst.