Die Gemeinde Immendingen wird in Hattingen die ideale Möglichkeit nutzen, ein altes leerstehendes Gebäude auf großem Grundstück zurückzubauen und stattdessen eine Baufläche für neue Einfamilienhäuser zu schaffen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den städtebaulichen Entwurf der Kommunalplan Tuttlingen für das Areal Kirchstraße 6 gebilligt. Wo derzeit noch das Anwesen Letzgus steht, sollen bald vier Bauplätze entstehen. Planung, Abriss und Erschließung sind mit einem Aufwand von rund 365 000 Euro veranschlagt.

Als das Areal Kirchstraße 6 mit dem früheren Wirtschaftsgebäude zum Verkauf stand, hatte die Gemeindeverwaltung die Möglichkeit gesehen, die Innenentwicklung und die innerörtliche Verdichtung voranzutreiben. Ohnehin steigt auch in Hattingen die Nachfrage nach Bauplätzen für Einfamilienhäuser ständig.

Das Thema sei im Ortschaftsrat vorberaten worden, sagte Bürgermeister Markus Hugger bei der Gemeinderatssitzung. Das im Volksmund als „Letzgus-Villa“ bezeichnete Anwesen auf dem Areal habe mit einer Villa nicht mehr viel zu tun und müsse abgerissen werden. „Es ist gut, wenn wir damit Leerstand beseitigen, eine Baulücke schließen und gleichzeitig Bauland erschließen können“, so Hugger. Was den Aufwand für das Gesamtprojekt angeht, nahm der Bürgermeister an, die Gemeinde müsse froh sein, wenn sie nach Erschließung und Verkauf der vier Bauplätze mit einer „schwarzen Null“ herauskomme.

Wie Ortsbaumeister Martin Kohler erläuterte, handelt es sich bei dem Letzgus-Anwesen um ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude, das auf einem sehr verwachsenen, mit alten Bäumen bestandenen Grundstück steht. Einschließlich Garage müsse es zurückgebaut werden. Kohler: „Auf dem Areal sollen vier Bauplätze für Einfamilienhäuser mit Flächen zwischen 460 und 660 Quadratmetern entstehen. Außerdem sind dann noch 108 Quadratmeter als Erweiterungsfläche für den benachbarten Hattinger Kindergarten vorhanden.“ Vorgesehen ist laut Kohler eine Straße ohne Gehweg, Kanal- und Wasseranschlüsse erfolgen von der Kirchstraße aus.

Vorgreifend auf das Projekt hat die Gemeinde das Büro Baader Konzept beauftragt, eine artenschutzrechtliche Untersuchung des bestehenden Gebäudes vorzunehmen, da dies Grundlage für den Antrag auf Rückbau sein wird. Die Erschließungsplanung ist schon im Gang, so dass die Kosten im Etat 2020 berücksichtigt werden müssen. Auch eine Förderung für die Maßnahme aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum mit 67 636 Euro wurde beantragt. Sobald ein entsprechender Förderbescheid eingegangen ist, können die Bauleistungen für den Rückbau und die Erschließung ausgeschrieben werden. Hatttingens Ortsvorsteher Roland Leiber betonte, dass der Ortschaftsrat das Projekt als sehr positiv und als städtebauliche Aufwertung ansehe.