Vorerst offen bliebt das künftige Schicksal der Immendinger Birkenmeier-Villa. Das historische Fabrikantengebäude im früheren Sanierungsgebiet „Ehemaliges Betonwerk„ ist seit 2018 im Besitz der Gemeinde. Eigentlich sollte es bis 2020 zur Verwendung durch die Dienststelle des Staatsforstbetriebs des Landes Baden-Württemberg für den Forstbezirk Hegau-Baar mit zehn bis 15 Mitarbeitern umgebaut werden.

Dann erhielt unerwartet Meßstetten statt Immendingen den Zuschlag für diese Behörde und die Gemeinde stoppte ihre Umbaupläne noch vor Beginn. Derzeit sucht man laut Bürgermeister Markus Hugger nach einer neuen Lösung. Sowohl der Einzug einer anderen Behörde als auch der Verkauf des Gebäudes für eine sinnvolle Nutzung im jetzigen Gewerbegebiet sind denkbar.

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„Vorerst ist das Projekt Birkenmeier-Villa auf ruhend gestellt“, erklärt Bürgermeister Markus Hugger auf Anfrage des SÜDKURIER. „Wir warten noch auf einen weiteren Lösungsansatz, von dem ich überzeugt bin, dass er kommt.“ Noch vor Abschluss der Maßnahmen im Sanierungsgebiet „Ehemaliges Betonwerk„ Ende letzten Jahres hatte die Gemeinde das um 1900 erbaute Haus des einstigen Fabrikanten erworben. Zunächst stand das Gebäude als „Prüffall“ auf der Liste des Denkmalschutzes. Es stellte sich aber heraus, dass es sich bei der Villa um kein Kulturdenkmal handelt. Daraufhin nahm man das Projekt für eine Bewerbung als Staatsforst-Dienststelle auf die Agenda.

Sanierung ist aufwändig

Eine auf diese Behörde zugeschnittene Sanierung hatte der Gemeinderat Ende März bereits auf den Weg gebracht. Der Geisinger Architekt Thomas Kreuzer, der schon umfangreiche Voruntersuchungen eingeleitet hatte, wurde mit der Sanierungsplanung beauftragt. Vorgesehen waren die bauliche Erneuerung und der Neuzuschnitt im Inneren des Hauses, die energetische Ertüchtigung und eine ganze Reihe brandschutztechnischer Maßnahmen. Insgesamt wurden die Kosten für Umbau und Sanierung auf etwa 400 000 Euro geschätzt. Dann allerdings entschied sich das Land Baden-Württemberg für Meßstetten als neuen Dienstsitz seines Staatsforstbetriebs im Bezirk Donau-Hegau und der Bauantrag für die Arbeiten an der Birkenmeier-Villa wurde in die Schublade gelegt.

Neue Verwendungen

Inzwischen gibt es nach Aussage von Bürgermeister Markus Hugger mindestens zwei andere denkbare Möglichkeiten zur weiteren Verwendung des historischen Gebäudes. Zum einen arbeitet der im Rathaus untergebrachte Polizeiposten Immendingen in beengten Räumen. Hugger: „Die Gemeindeverwaltung benötigt jedoch sämtliche anderen Räume im Rathaus.“ Ob ein Umzug der Polizei ins Birkenmeier-Gebäude möglich wäre, ist noch völlig offen. Dazu fänden erst noch Gespräche statt, so Hugger.

Sollte sich auch diese Lösung zerschlagen, schließt der Bürgermeister einen Verkauf des Fabrikantendomizils nicht aus. „Die Villa könnte beispielsweise als Bürogebäude für einen Betrieb dienen, der im dortigen Gewerbegebiet eine Produktionshalle bauen will“, meint er. Grundvoraussetzung für einen Verkauf sei allerdings, dass der neue Nutzer wirklich in den Gewerbepark „Impuls“ passe. Bereits vor dem Kauf des Gebäudes durch die Gemeinde Immendingen hatte der Gemeinderat im Jahr 2017 den Umbau in ein Boardinghouse mit 15 Appartements abgelehnt.