Nein, es kommt nicht alle paar Jahre einmal ein Bundeskanzler nach Immendingen, wie es zu Bundeswehrzeiten zumindest nahezu alle Verteidigungsminister der Bundesrepublik taten. Vielmehr wird der Besuch, den Angela Merkel am Mittwoch, 19. September, bei der Einweihung des neuen Daimler Prüf- und Technologiezentrums abstattet, der erste Aufenthalt eines Kanzlers auf der Gemarkung der Donaugemeinde überhaupt sein. Für die wenigen Stunden des prominenten Berliner Gasts in Immendingen, bei denen Angela Merkel den Festakt anlässlich der Eröffnung mitgestaltet und dann ausgewählte Stationen des Daimler-Prüfgeländes besichtigt, werden umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Dabei werden die Gemeinde Immendingen selbst und ihre Bürger aller Voraussicht nach am wenigsten betroffen sein.

  • Keine Straßensperrungen: So wie es die Planungen vorsehen, wird die Kanzlerin im Vorfeld des ab 14 Uhr anlaufenden Festakts direkt auf dem riesigen Gelände des Daimler-Prüfzentrums landen. Das heißt, die prominente Besucherin aus der Bundeshauptstadt kommt nicht in die Gemeinde, sondern bleibt auf dem vom Daimler-Werksschutz abgesicherten Areal des Prüfzentrums. Eine Absperrung von Straßen oder zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen im Gemeindegebiet werden daher nicht notwendig sein.
  • Polizei im Einsatz: Vorkehrungen beim Polizeipräsidium Tuttlingen sind für den Besuch einer so hochkarätigen Politikerin natürlich längst getroffen worden. „Zunächst einmal hat die Kanzlerin ihren eigenen Personenschutz“, so der Pressesprecher des Präsidiums, Polizeihauptkommissar Dieter Popp. „Da Angela Merkel auf einem ausgewiesenen Landeplatz innerhalb des nach außen geschlossenen Daimler-Prüfzentrums eintreffen wird, greifen einerseits die strengen Sicherheitsvorkehrungen des Daimler-Konzerns“, erklärt Pop weiter. Der Personenschutz, der der Kanzlerin seitens der Bundespolizei zugewiesen wird, nimmt die weitere Schutzaufgabe wahr. Vom Bundeskriminalamt gehe der „normale Schutz“ solcher Politiker aus, erläutert Dieter Popp.
  • Areal von außen sichern: Die Beamten des Polizeipräsidiums Tuttlingen kümmern sich während der Eröffnungsfeier um die Absicherung des Daimler-Prüfzentrums von außen. Da in diesem Sonderfall noch eine weitere Zwischenlandung der Kanzlerin geplant ist, werde eine weitere Polizeidienststelle in den Einsatz einbezogen, sagt Dieter Popp, will aber aus Sicherheitsgründen keine näheren Angaben zu der anderen Landung machen. Die polizeilichen Vorkehrungen zum Schutz der Gäste betreffen laut Dieter Popp lediglich das Daimler-Gelände. Innerhalb der Gemeinde werden die Polizeikräfte daher nicht aktiv werden. Laut Dieter Popp besteht aber die Möglichkeit, dass anlässlich des Kanzlerbesuches politische Kundgebungen angemeldet werden. Erst dann wird die Polizei Tuttlingen – und je nach Veranstaltungsgröße auch überörtliche Polizeikräfte – im Bereich außerhalb des Daimler-Geländes im Einsatz sein.
  • Eintrag ins Goldene Buch: „Was die Sicherheitsvorkehrungen angeht, ist die Gemeinde Immendingen nicht vom Besuch der Kanzlerin tangiert, „ erklärt Hauptamtsleier Manuel Stärk von der Gemeindeverwaltung. In der kurzen Zeit ihres Besuches werde die Bundeskanzlerin schließlich nicht ins Immendinger Rathaus kommen. Seitens der Verwaltung ist dennoch geplant, dass der Berliner Gast sich zumindest in das Goldene Buch der Gemeinde einträgt. Daher wird das Buch direkt ins Prüfzentrum mitgenommen, um Angela Merkel vor Ort eine Signatur zu ermöglichen.