Die weiter steigenden Einwohnerzahlen der Gemeinde Immendingen und die geplante baldige Erschließung von drei großen neuen Wohngebieten werden in absehbarer Zeit dazu führen, dass die Frage der Bereitstellung von ausreichend Kindergartenplätzen wieder auf die Agenda des Gemeinderats kommt. Zusätzlich zum katholischen Kindergarten St. Josef in Immendingen gibt es im Gemeindegebiet noch die Kindertagesstätte Donaupark sowie die beiden Kindergärten in Hattingen und Ippingen, die von der Gemeinde betrieben werden. Für die gemeindeeigenen Kindergärten wurden allein im zurückliegenden Jahr elf neue Erziehungskräfte eingestellt – ein deutlicher Hinweis auf den wachsenden Betreuungsbedarf.

  • Starke Nachfrage: Speziell das Thema Krippenplätze wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung von Gemeinderat Peter Glökler angefragt. Er wollte wissen, wie es mit dem Angebot dieser Betreuungsform in der Gemeinde aussieht und erkundigte sich: „Ist es geplant, weitere Krippenplätze zu generieren?“ Erwin Brunner, als Sachgebietsleiter bei der Gemeindeverwaltung für Kindergärten zuständig, bestätigte, dass man sich hierbei momentan „fast am Anschlag“ bewege. Brunner: „Im Krippenbereich der Kindergärten gibt es aber auch sehr viel Wechsel. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen.“
  • Mittelfristig Handlungsbedarf: „Wenn das Baugebiet Hinterwieden an den Markt geht und auch das Gebiet Stieg II in Mauenheim, dann müssen wir die Kindergartensituation genau beobachten“, erklärte Bürgermeister Markus Huggern zu der Thematik. In Hinterwieden entstehen zehn Mehrfamilienhäuser mit insgesamt rund hundert Wohnungen, im zweiten Teil des Gebiets Stieg 26 Bauplätze für Einfamilienhäuser. In Ippingen ist ebenfalls ein Neubaugebiet geplant. Hugger geht davon aus, dass spätestens zum Start der neuen Baugebiete Handlungsbedarf besteht. Im Haushaltsplan für das kommende Jahr seien aber noch keine Mittel in Sachen Schaffung neuer Kindergartenplätze eingestellt. Vielmehr solle der Gemeinderat nun zunächst in Klausur gehen, um die weitere Vorgehensweise hinsichtlich der Kindergärten in der Gemeinde zu überlegen.
  • Dezentrale Lösung angedacht: Der katholische Kindergarten St. Josef befindet sich in einem historischen Gebäude, welches der Gemeinde Immendingen gehört. Bürgermeister Hugger: „Dort weitere Kapazitäten zu schaffen, ist kaum möglich.“ Die Frage sei daher, ob man den steigenden Bedarf an Kindergartenplätzen in naher Zukunft im Bereich der Tagesstätte Donaupark deckt, oder eine noch dezentralere Kindergartenstruktur in der Gemeinde schafft. „Zimmern knabbert an der 1500-Einwohner-Marke,“ so Hugger, „und mit Hintschingen wären es über 1700 Einwohner.“ Da könne man sich auch einmal Gedanken machen, ob für dieses Gebiet eine eigene Lösung gefunden werden sollte. Allerdings wäre dann auch eine „komplett neue Leitungsstruktur“ erforderlich, gab Hugger zu bedenken. Das wäre bei einer Erweiterung der Tagesstätte im Donaupark nicht erforderlich. Sowohl bei der baulichen Lösung als auch bei der Personalfrage liegt es beim Gemeinderat, frühzeitig die Weichen für die künftige Kindergarten-Entwicklung der Gemeinde zu stellen.