Immendingen (wf) Die beiden Sturmtiefs Sabine und Janka haben dem Immendinger Gemeindewald kräftig zugesetzt. Forstrevierleiter Martin Schrenk bilanziert eine Schadholzmenge in einer Größenordnung von 4000 Festmeter, was etwa 30 Prozent des regulären jährlichen Holzeinschlages entspricht.

Auf die ganze Fläche verteilt

Mit Ausnahme im Distrikt kleine Reute, oberhalb von Mauenheim, wo die Stürme eine ganze Fläche umgerissen haben, handelt es sich vorwiegend um Einzelwürfe, die auf der ganzen Fläche des Gemeindewaldes verteilt sind. „Das macht die Aufarbeitung aufwendig, wenn dort einige Bäume liegen, hier ein Einzelwurf, oder auch 15 oder 20 umgeblasene flachwurzelnde Fichtenbäume auf einmal in einem Nesterwurf“, sagt Schrenk.

Das vielfache Umsetzen der Maschinen erhöht den Zeitbedarf und die Aufarbeitungskosten deutlich. Hinzu kommt, dass die umgefallenen Bäume erst einmal gefunden sein wollen. „Das Holz muss wegen der Gefahr des Borkenkäferbefalls so schnell wie möglich aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden“, erklärt Martin Schrenk.

Ideale Brutstätte für den Borkenkäfer

Die Stürme haben den Schädlingen regelrecht bruttaugliches Material zum Fraß vorgeworfen. Die Bäume sind für den Borkenkäfer eine ideale Brutstätte, sie sind noch im Saft, können sich aber mit Harz nicht gegen Eindringlinge wie die Käfer wehren. Denn gesunde Bäume versuchen, beim Anstechen der Rinde mit Harz die Wunde samt Käfer einzuschließen, was jedoch selbst da nur bis zu einem gewissen Grad gelingt.

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Mit großen Anstrengungen wird im Gemeindewald an der der Aufarbeitung des Sturmholzes trotz Corona gearbeitet. „Nach dem ersten Sturm waren wir nahezu fertig, dann kam jedoch mit Janka eine weitere Herausforderung“, sagt der Revierleiter. Inzwischen ist die Aufarbeitung schon weit fortgeschritten.

Hohes Unfallrisiko im Wald

Die Sturmholzaufarbeitung erfolgt zum Teil mit Waldarbeitern und Motorsägen, in der Fachsprache als motormanuell bezeichnet, bevorzugt jedoch durch Forstunternehmer mit Vollerntern. Letzteres besonders auch wegen des Unfallrisikos. Nachträglich herabfallende Wipfelteile, schlagartig aufplatzende Holzteile beim Anschnitt der unter Spannung stehenden Stämme oder zurückklappende Wurzelteller beim Trennen des Stammes sind nicht zu unterschätzen. Die hohe Zahl teils tödlich verlaufender Unfälle nach jeder Sturmkalamität ist eine dringende Warnung.

Preisbelebung ist zunichte gemacht

An den Holzmärkten haben die Stürme die Ansätze der Preisbelebung zunichte gemacht. Ab dem vergangenen Herbst, als sich eine gewisse Unterversorgung mit frischem Nadelstammholz abzeichnete, waren die Sägewerke bereit, etwas höhere Preise anzulegen.

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Das von Revierleiter Martin Schrenk betreute Forstrevier Immendingen umfasst den gesamten Gemeindewald, der im Süden von der Talmühle bis im Norden an die Öfinger Grenze reicht und 1633 Hektar umfasst,. Der jährliche planmäßige Einschlag beläuft sich auf 13 500 Festmeter. Der Revierleiter verantwortet zudem die Forstflächen im Daimler-Versuchsgelände mit 160 Hektar.

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