Der Immendinger Höwenegg, nördlichster der Hegau-Vulkane und Fossilfundstätte von Weltgeltung, behält seine Bedeutung für die Wissenschaft. Das wurde am Sonntag erneut unter Beweis gestellt, als eine internationale Studentengruppe des Steinmann-Instituts für Geologie, Mineralogie und Paläontologie der Universität Bonn unter Führung von Professor Thomas Martin das Heimatmuseum und den Höwenegg besuchte. Die Studenten informierten sich über die aktuellsten Erkenntnisse aus den Grabungskampagnen der Fossilien-Forscher, die in den 1950er Jahren begannen, in den Neunziger-Jahren und ab 2002 fortgesetzt wurden. Vor allem als Fundstätte für das Urpferd Hipparion ist der Höwenegg weltweit bekannt.

Museum erste Station

Professor Martin, sein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der Paläontologe Rico Schellhorn, und insgesamt 15 Studenten kamen im Rahmen einer Exkursion nach Immendingen, die jedes Jahr nach Pfingsten durchgeführt wird und bekannte Fossilfundstätten ansteuert. Martin, der seit 2006 den Lehrstuhl für Paläontologie an der Universität Bonn innehat, führte nicht zum ersten Mal Studenten nach Immendingen. Startpunkt vor Ort ist jeweils das Heimatmuseum an der Hindenburgstraße, das eine ganze Anzahl der Fossilfunde vom Höwenegg als Exponate zeigt. Die jungen Leute, unter ihnen auch ein Inder, eine Lettin und ein Student australisch-amerikanischer Herkunft, zeigten großes Interesse an dem Museumsrundgang. Professor Martin und Paläontologe Schellhorn gaben die Erläuterungen vorwiegend in Englisch. Heimatforscher Franz Dreyer ging auf lokale Besonderheiten ein.

Höwenegg-Funde interessieren

Am aufmerksamsten verfolgten die Studenten die Ausführungen über die Fossilfunde am Höwenegg, denen das Museum zwei seiner Räume widmet. Bekanntester Fund in Immendingen ist das dreizehige Urpferd Hipparion, dessen vollständig erhaltene Skelette gleich mehrfach ausgegraben wurden. Aber auch andere Fossilien, wie etwa von Antilopen, Säbelzahnkatzen oder Urnashorn, wurden entdeckt. Die Versteinerungen sind rund zehn bis elf Millionen Jahre alt. Ursprünglich gingen die Forscher davon aus, dass die Fossilien der Tiere, die einst in einem mediterranen Klima am Fuße des Höweneggs lebten, aus einem damaligen Kratersee stammen. Neueste Erkenntnisse, die nicht zuletzt mit Hilfe von Bohrkernen aus der Daimler-Baustelle gewonnen wurden, deuten jedoch nur noch auf ein Gewässer hin, möglicherweise einen meandernden Bach, an dem die Tiere lebten.

Weitere fossile Schätze

Ein weiterer Bereich des Heimatmuseums ist der paläontologischen Sammlung von Pfarrer Josef Keller gewidmet. Auch hier informierte Professor Martin über einzelne Exponate. Ferner ging er auf die im Museum dargestellten Funde von Bohnerz ein, eines braunen, eisenhaltigen Gesteins, das im 19. Jahrhundert abgebaut wurde und ein kurzes Zeitalter der Eisenverhüttung in Immendingen begründete. Dazu gab Franz Dreyer Erläuterungen, von Gründung der ersten Maschinenfabrik Badens (heutiges Oberes Schloss) im Jahr 1835 bis zum Konkurs der Immendinger Gießerei und Maschinenfabrik 1989. Nach dem Museums führte die Exkursion zur Fossilfundstätte Höwenegg.

 

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