Das Brunnenkapellenfest am Himmelfahrtstag zählte auch in diesem Jahr wieder zum Bestandteil des Jahresprogramms der Hattinger St. Georgs- Pfadfinder. Wenngleich heuer das Wetter der beliebten Veranstaltung nicht sehr hold war, gestaltete sich die Veranstaltung wieder als Vatertagstreffpunkt. Die Pfadfinder als Gastgeber hatten gegen die Niederschläge mit Zelten Vorsorge getroffen. In der gut besuchten Maiandacht meinte Pfarrer Siegfried Bliestle, der seit 18 Jahren als Pensionär in Hattingen wohnt und verdienstvoll für die Seelsorgeeinheit wirkt: „Pech mit dem Wetter, alles hat jedoch einen zweiten Sinn, der Niederschlag ist gut für die Natur.“

Bereits am Vorabend startete die „gemütliche Hockete“, auch am romantischen Lagerfeuer. Mit dem Frühschoppen nahm am Vatertag der eigentliche Festtag seinen Auftakt. Mit toller Stimmungsmusik unterhielten diesmal „D`Alläfänzigä“, die Besucher, die sich am Fuße des Witthoh schöne Stunden bei exzellenter Bewirtung gönnten.

Die Brunnenkapelle hat es nicht nur am Himmelfahrtstag den St. Georgs- Pfadfindern angetan. Seit Jahren sind die Mitglieder mit Eifer dabei, das Kleinod zu pflegen. Das genaue Gründungsjahr der Kapelle, um die sich manche Legende rankt, ist nicht bekannt. Sie wird jedoch bereits 1275 erstmals im Zusammenhang mit einem kleinen Frauenklösterchen „Klause in Brunnen“ erwähnt. Daher auch der Name. Im Hochmittelalter kam der Kapelle als Wallfahrtsort eine große Bedeutung zu. Die Wallfahrer pilgerten einst selbst vom Heuberg zur Kapelle. Wegen des weiten Weges kamen sie oft mit dem Pferd. Wie auf einer bei der Kapelle angebrachten Tafel zu lesen ist, wird das Kirchlein auch als „Rosskapelle“ bezeichnet. Eine Erklärung wäre, dass die Pilger vorwiegend mit Rössern kamen.

Der Überlieferung nach soll sich jedoch einst ein Ross in der Kapelle verirrt haben. Die Tür fiel ins Schloss. Das Tier war gefangen. Durch knabbern am Glockenseil sollen Pilger hierauf aufmerksam geworden sein und befreiten das Pferd.