Björn Riedzek sitzt seit Juli neu im Immendinger Gemeinderat und hat in zweifacher Hinsicht Neuerungen ins Gremium gebracht. Er vertritt eine bislang nicht dagewesene politische Gruppierung – „Immendingen Mit Mehr Innovation“ (IMMI) – und er bildet wieder eine dritte Kraft neben CDU und SPD, wie sie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr existierte. Der 32-jährige Maschinenbauingenieur hat es als Einzelkämpfer auf Anhieb geschafft, mit 1944 Stimmen im Wahlbezirk Immendingen-Zimmern in den Gemeinderat einzuziehen.

„Die Arbeit im Gremium nimmt viel Zeit in Anspruch“, sagt Riedzek. Aber sie gefalle ihm gut und im Immendinger Gemeinderat herrsche eine gute Grundstimmung. Als besonders wichtige oder interessante kommunalpolitische Themen hat er bisher die Punkte Schulsanierung und Bebauung des Gebiets „Hinterwieden“ mit Mehrfamilienhäusern empfunden. „Teilweise wird sehr kontrovers diskutiert,“ betont der Neuling.

Privat ist Björn Riedzek zunächst einmal Familienvater. Mit seiner Frau Alessandra, der Ausstellungsleiterin des Sanitärhandels FX Ruch in Waldshut-Tiengen, hat er die etwas mehr als ein Jahr alte Tochter Ina. „Sie besucht seit kurzem die Kindertagesstätte im Donaupark und ich muss sagen, ich bin beeindruckt, welch gute Arbeit die Erzieherinnen dort leisten.“ Geht Riedzek nicht seinem Beruf nach oder kümmert sich um die Familie, dann zählen Arbeiten am Eigenheim, Gartentätigkeit und auch mal das Schrauben am BMW oder Subaru der Eheleute zu seinen Hobbys.

Spaß macht dem Neu-Gemeinderat seine Zugehörigkeit zu den Donaugeistern der Immendinger Narrenzunft Stumpfkugler. Er ist vor 14 Jahren in die Zunft eingetreten und musste wie alle Donaugeister zunächst eine Probezeit absolvieren, ehe er offiziell bei der Gruppe mitmachen durfte. Riedzek: „Früher habe ich auch viel Fußball gespielt.“ 

Inzwischen ist er aber nicht mehr beim Sportverein 1920 TuS Immendingen aktiv. Der Ratsneuling lebt von Kindesbeinen an schon in der Donaugemeinde. Er wurde in Tuttlingen geboren, ist in Immendingen aufgewachsen und zur Grundschule gegangen, danach ans Tuttlinger Immanuel-Kant-Gymnasium.

Björn Riedzek hat fünf Semester Jura studiert und wechselte dann vom Wirtschaftsingenieurwesen zum Maschinenbau, Abschluss Bachelor Of Engineering. Seine erste Arbeitsstelle trat er in Salem am Bodensee an. Seit 2018 arbeitet der Gemeinderat bei der Firma Hermle Systemtechnik in Gosheim in der Sonderkonstruktion.