Immendingen wird ab 2019 ein Musterstandort für Kläranlagen in Baden-Württemberg sein. Zu diesem Zeitpunkt beginnt der Bau der vierten Reinigungsstufe der Verbandskläranlage, die im Rahmen einer freiwilligen Leistung mit einem zusätzlichen, neuartigen Filter zur Entfernung von schädlichen Spurstoffen ausgestattet wird. Das Gesamtprojekt kostet voraussichtlich rund 4,7 Millionen Euro. Der erste Bauabschnitt ist mit einem Aufwand von 3,8 Millionen Euro veranschlagt. Für diesen Abschnitt überreichte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller am Freitag einen Förderbescheid des Landes in Höhe von 3 036 100 Euro an die Bürgermeister Markus Hugger und Walter Hengstler.

  • Wichtiger Wasserschutzbeitrag: Bei einer Feier, die auf dem Gelände der Kläranlage, unmittelbar neben dem vorgesehenen Bauplatz der neuen Reinigungsstufe stattfand, hob Verbandsvorsitzender Hugger den "wichtigen Beitrag" hervor, den die Gemeinde Immendingen und die Stadt Geisingen mit dem geplanten Projekt für die Abwasserreinigung leisten. Bei der Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Kläranlage wurden vom Landratsamt höhere Anforderungen an deren Reinigungsleistungen gestellt. Hintergrund ist, dass das geklärte Abwasser in die Donau eingeleitet wird. Diese wird auf Grund ihrer geologischen Struktur, der teils unterhalb der Kläranlage liegenden Versinkungsstellen, als "schwaches" Gewässer eingestuft. Deshalb wurde vor allem der Grenzwert für die Konzentration von Phosphat im Abfluss der Kläranlage herabgesetzt, so dass die Ausstattung mit einem Sandfilter notwendig wird.
Einen Förderbescheid in Höhe von gut drei Millionen Euro erhält der Gemeindeverwaltungsverband für den Bau der vierten Reinigungsstufe der Kläranlage plus zusätzlichem Filter für die Entfernung von Spurstoffen. Die Übergabe des Förderbescheids erfolgte am Freitag (von links): Wahlkreisabgeordneter und Justizminister Guido Wolf, die Bürgermeister Walter Hengstler und Markus Hugger sowie Umweltminister Franz Untersteller.
Einen Förderbescheid in Höhe von gut drei Millionen Euro erhält der Gemeindeverwaltungsverband für den Bau der vierten Reinigungsstufe der Kläranlage plus zusätzlichem Filter für die Entfernung von Spurstoffen. Die Übergabe des Förderbescheids erfolgte am Freitag (von links): Wahlkreisabgeordneter und Justizminister Guido Wolf, die Bürgermeister Walter Hengstler und Markus Hugger sowie Umweltminister Franz Untersteller. | Bild: Jutta Freudig
  • Pionieranlage: Im Rahmen einer freiwilligen Leistung wird die Anlage zusätzlich durch eine weitere, bislang in Baden-Württemberg einmalige Filtrationsstufe mit granulierter Aktivkohle ergänzt, welche die Spurenstoffe größtenteils aus dem Abfluss der Kläranlage entfernen wird. Bei Spurenstoffen handelt es sich um Abwasserbestandteile wie Medikamente, Haushaltschemikalien, Hormone, Röntgenkontrastmittel oder Flammschutzmittel. Untersuchungen am Donauwasser hatten gezeigt, dass die Entnahme dieser gewässerökologisch schädlichen Spurstoffe dringend notwendig ist, zumal Teile des Donauwassers über die Donauversinkung in die Aach und damit in den als großer Trinkwasserspeicher dienenden Bodensee fließt.
  • Hoher Landeszuschuss: Hugger freute sich, dass man mit der Entscheidung des Verbands für die zusätzliche Filterung ein Pionierprojekt im Land anstößt und meinte: "Da, wo Immendingen und Geisingen sind, ist eben immer etwas weiter vorne..." Umweltminister Untersteller unterstrich ebenfalls die hohe Bedeutung des Projekts und die Vorreiterrolle, die das Land mit der Schaffung vierter Reinigungsstufen auf Kläranlagen übernehme. 13 Anlagen seien landesweit bereits ausgestattet, 15 weitere in Planung und Bau. Damit sei man sogar beispielgebend in Europa. Hinzu komme ein landesweit sehr hoher Anschlussfaktor an Kläranlagen von rund 99 Prozent. Für den ersten Bauabschnitt überreichte Untersteller schließlich im Beisein des Wahlkreisabgeordneten und Justizministers Guido Wolf den Förderbescheid an die Bürgermeister der beiden Verbandskommunen. Abschließend ging Projektleiter Gernot Molitor vom Ingenieurbüro Götzelmann und Partner noch auf die technischen Daten des Projekts ein.