Die Gemeinde Immendingen arbeite weiter daran, zum Brückenbaumeister zu werden. Mit diesen Worten kommentierte Bürgermeister Markus Hugger die einstimmige Entscheidung des Gemeinderats, die marode Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Bahnlinie bei Hintschingen durch einen neuen Aluminiumsteg zu ersetzen. Der Steg, der auch eine ganze Reihe von Versorgungsleitungen trägt, wurde nach der Brückenprüfung 2016/17 wegen seines schlechten Zustands gesperrt. Jetzt hat der Gemeinderat entschieden, den vorhandenen Unterbau zu belassen, und darauf einen zweifeldrigen Aluminium-Ersatzneubau für 305 000 Euro zu erstellen. Die gewählte Variante wird mit 118 000 Euro bezuschusst.

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  • Hauptträger ist verfault: Im Vorfeld der Brückenprüfung 2017 hatte der Prüfingenieur den 1974/75 erbauten Hintschinger Holzsteg über die Bahnlinie untersucht und ein vernichtendes Urteil abgegeben. Der Zustand der Brücke sei „erschreckend schlecht“. Der Hauptträger in Richtung Geisingen sei zu mehr als 50 Prozent verfault. Zu diesem Zeitpunkt wies der Hauptträger bereits große Löcher und Hohlräume auf. Ein Versagen des Bauwerks wurde nur durch den gegenüberliegenden Hauptträger verhindert, da die Lasten durch die Gehwegskonstruktion auf diesen übertragen wurden. Gleichzeitig sprach der Prüfer die Empfehlung zur Sperrung des Übergangs aus, die auch sofort erfolgte.
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  • Drei Instandsetzungsvarianten: Vor der Arbeitsvergabe durch den Gemeinderat waren drei Lösungsvorschläge für die Erneuerung des Stegs erarbeitet worden. Ein Austausch der geschädigten Brettschichtholzträger im Bestand (Variante eins) erwies sich als zu aufwändig und unwirtschaftlich. Gründe dafür waren das schwierige Inbetriebhalten der Versorgungsleitungen und die Notwendigkeit einer Abfangkonstruktion während der langwierigen Brückensanierung oberhalb der Bahnstrecke. Variante zwei beinhaltet die Instandsetzung der Unterbauten und einen zweifeldrigen Ersatzneubau aus Aluminium. Hierfür ist eine kürzere Bauzeit notwendig. Außerdem sind die Unterhaltungskosten niedriger und die Lebensdauer länger. In der dritten Variante ging es um einen einfeldrigen Aluminium-Ersatzneubau, der aber wegen des Rückbaus des Mittelpfeilers und der nötigen Ertüchtigung der Widerlager ebenfalls teurer als Variante zwei wäre.
  • Keine reine Rohrbrücke: Geprüft wurde schließlich noch die Frage, ob eine reine Rohrbrücke für die Versorgungsleitungen der beiden Gebäude nördlich der Bahnstrecke wesentlich günstiger käme. Dafür hätten allerdings 180 000 Euro aufgewendet werden müssen und die Fördergelder aus dem Brückensanierungsfonds wären entfallen. Letztlich entschied sich der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung für Variante zwei. Diese erhält die Brückenverbindung für Fußgänger und Radfahrer diesseits und jenseits der Bahnlinie aufrecht und bietet laut der Vorstellung des Ingenieurbüros Breinlinger auch optisch einen ansprechenden Anblick. Die Entwurfsplanung wurde zustimmend zur Kenntnis genommen. Mit Blick auf die zu erwartende Baukostensteigerung sollen in den Etats 2019 und 2020 insgesamt 330 000 Euro für das Brückenprojekt bereitgestellt werden.

Brückenbauprojekte

Eine ganze Reihe von Brückenbauprojekten beschäftigen die Gemeinde Immendingen schon seit einigen Jahren. In Hintschingen wurde bereits 2018 eine neue Brücke über die Donau gebaut. Für die neuen Brücken im Zuge der Landesstraße 225 sind derzeit noch immer Planungen im Gang. Dieses Thema wird Ende des Jahres im Immendinger Gemeinderat behandelt. Ebenfalls ein Neubau wird bekanntlich für die Brücke der Hindenburgstraße in Immendingen fällig, die den Weisenbach überspannt. Das in die Jahre gekommene Bauwerk soll ab dem kommenden Frühjahr durch einen Neubau ersetzt werden. (feu)