Vom fortschreitenden Wandel in der Entwicklung Immendingens überzeugte sich der Wahlkreisabgeordnete Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, am Mittwoch im Rahmen seiner Sommertour. Kauder wurde im neuen Büro des Projekt-Entwicklers Adventus GmbH, das sich im ehemaligen Daimler-Forum befindet, über die Pläne des Unternehmens informiert. Dazu gehören die Konzeption für die Neugestaltung des Quartiers an der Bahnhofstraße, einschließlich der Versorgung aus einem in Deutschland bislang einmaligen Wärmenetzsystem, ein Mehrfamilienhaus in Hintschingen sowie unter anderem auch die Neubelebung des einstigen Gloria-Kinos als Veranstaltungsstätte.

  • Neues Ortszentrum: Zum Immendinger Termin der Sommertour des Politikers hieß CDU-Ortsverbandsvorsitzender Christian Abert rund 20 CDU-Mitglieder willkommen, darunter Bürgermeister Markus Hugger, sein Vorgänger Helmut Mahler und einige Gemeinderäte. Geschäftsführer Ove Johannsen stellte Adventus als klassischen Projektentwickler vor, der im Zusammenspiel mit der Gemeinde Immendingen das Bahnhofsareal zum "neuen Ortszentrum" um- und neugestalten will. "Wir möchten im Bahnhofsquartier eine verkehrsberuhigte Zone mit Wohnungen, Geschäften, Praxen, Büros, Gastronomie und Hotel entwickeln und den Bahnhof in seiner optischen Strahlkraft wieder entstehen lassen", so Johannsen. Eine solche städtebauliche Entwicklung könne allerdings 20 bis 30 Jahre dauern.
  • Weitere Projekte: Durch das Daimler-Prüfzentrum und die Ansiedlung weiterer Unternehmen fehle es in Immendingen an Wohnungen, sagte Johannsen weiter. Daher engagiert sich Adventus künftig auch hinsichtlich der Bebauung im neuen Wohngebiet "Hinterwieden" oberhalb der Sporthalle, wo 95 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen sollen. Ein erstes, gut in die Umgebung eingepasstes Wohnbauprojekt ist aber zeitnah in Hintschingen geplant. Insgesamt verfolgt Adventus in der Gemeinde ehrgeizige, teils einmalige Pläne und ein Leuchtturmprojekt.
  • Neues Wärmenetzsystem: So soll laut Johannsen in Immendingen bundesweit erstmalig und gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium ein neuartiges Wärmenetzsystem in einer größeren Quartiersentwicklung untersucht und verwirklicht werden. Es handelt sich dabei um ein Zusammenspiel ressourcenschonender erneuerbarer Energieträger, die untereinander vernetzt sind und auf fossile Energieträger verzichten. Die erstmalige Erprobung eines solchen Niedrig-Temperatur-Wärme- und Kältenetzes in Deutschland entfalte Modellcharakter auf Stadtebene und für die urbane Energiewende insgesamt.
  • Umnutzung für Kino: Ebenfalls zu den Adventus-Projekten gehört die Umnutzung des einstigen "Gloria"-Kinos. Das 1954 errichtete Gebäude an der Schwarzwaldstraße, zuvor im Besitz des Immendingers Walter Kaiser, bietet für 50 bis 60 Personen oder bis zu 100 Sitze Platz und könnte laut neuem Betreiberkonzept künftig für anspruchsvolle kulturelle Veranstaltungen aller Art vom Theater über Kabarett bis zu politischen Zusammenkünften verwendet werden. Volker Kauder machte sich vor Ort einen Eindruck von den 2004 bereits teilweise umgebauten und gewissen historischen Charme ausstrahlenden Kinoräumen. Adventus plant nun noch eine weitere Modernisierung, was die Ausstattung mit Licht- und Tonanlagen sowie die Brandschutztechnik angeht.