Mit dem Rückbau wurden dieser Tage die Arbeiten zum Neubau der Hintschinger Donaubrücke gestartet. Die Abbrucharbeiten geben Anlass auf die bewegte Geschichte des Brückenbauwerkes zurückzublicken.

Seit Jahrhunderten überqueren Menschen an dieser Stelle die Donau. Schon im Jahr 1586 ist eine Brücke in Holzbauweise erwähnt. In einer Fischwasserkarte von 1700 des Klosters Amtenhausen, das damals das Recht zum Fischfang in der Donau hatte, ist die Brücke ebenfalls bereits eingezeichnet. Die damalige Holzkonstruktion kostete viel Unterhaltung. Im Jahre 1775 wurde, wieder mit Holz, eine neue Brücke gebaut. In den Gemeinderechnungen sind auch für diese Brücke jährliche Ausgaben für Reparaturen aufgeführt, vorwiegend für Erneuerung des Belages und der Geländer. Heimatforscher Herbert Keller schreibt in seiner Ortschronik, dass sich das Haus Fürstenberg jeweils zur Hälfte an den Kosten für die Instandsetzungen beteiligte. Der Restbetrag ging zu Lasten der Gemeindekasse.

Von der Brücke gab es für die Gemeinde jedoch auch Einnahmen. Um 1830 wurde Maut, ein Brückenzoll, erhoben. Jakob Jud von Hintschingen und Bartholomäus Schmutz von Hausen waren Brückenaufseher. Ein voll beladener Wagen mit Pferden kostete sechs Kreuzer, ein Mastochse einen Kreuzer und eine Ziege zwei Heller. Personen konnten die Brücke kostenlos passieren.

In alten Akten ist aufgezeichnet, dass Fuhren mit Holzkohle vom Kirchtal für das Hüttenwerk in Bachzimmern die Brücke regelmäßig passierten. Dabei kam es zu Differenzen zwischen den Fuhrleuten und den Brückenaufsehern. Die Fuhrleute wollten keinen Zoll bezahlen mit der Begründung, dass das Hüttenwerk dem Fürst gehöre und dieser die Hälfte der Brücken-Reparaturkosten trage. Es ging soweit, dass den Aufsehern Schläge angedroht wurden. Die Gemeinde legte Einspruch bei der Hüttenverwaltung ein und erreichte, dass die Maut entrichtet werden musste. Mit dem Bau der Bahn bildete die Brücke ab 1873 auch eine wichtige Verbindung zum ehemaligen Hintschinger Bahnhof.

Durch Hochwasser kam es immer wieder zu Beschädigungen an der Brücke. Bei dem großen Hochwasser 1896 wurde diese so schwer in Mitleidenschaft gezogen, dass sich die Gemeinde 1897 entschloss, die bisherige Brücke in Eisenkonstruktion errichten zu lassen. Von der Bausumme mit 21 000 Reichsmark verblieben der Gemeinde durch Staats- und Kreiszuschuss noch 5700 Euro. Am 21. April 1945 sprengte eine Pioniereinheit die Brücke mit einer Fünf-Zentner-Bombe. Die Hälfte der Brücke blieb jedoch erhalten. Zu Fuß konnte man noch über die Eisenträger balancieren. Die Instandsetzung des Brückenbauwerkes erfolgte noch in demselben Jahr. Die letzte grundlegende Renovierung der Brücke geht auf das Jahr 1982 zurück.