Sie waren schon lange Zeit Nachbarn, waren in der gleichen Branche unterwegs und nun gehören sie zusammen: Denn Fürstenberg-THP hat den Geschäftsbetrieb Holzhof Hüfingen übernommen. Nachdem Fürstenberg-THP den Standort Hüfingen in den vergangenen Jahren durch den Bau einer neuen Imprägnierungsanlage und die sukzessive Erweiterung der Produktionsanlagen für die Bearbeitung von Eisenbahnschwellen massiv gestärkt hat, geht das Unternehmen nun mit der Übernahme des Holzhofs einen weiteren Schritt in die Zukunft. „Das ist einfach sinnvoll. Die beiden Unternehmen passen ideal zueinander“, sagt Andreas Heidel, Geschäftsführer von Fürstenberg THP. Denn beide Betriebe könnten sich gegenseitig perfekt ergänzen und voneinander profitieren.

Andreas Heidel (links), Geschäftsführer Fürstenberg-THP, und Bernhard Gulde, der bisherige Eigentümer des Holzhofs, sehen viele Synergieeffekte.
Andreas Heidel (links), Geschäftsführer Fürstenberg-THP, und Bernhard Gulde, der bisherige Eigentümer des Holzhofs, sehen viele Synergieeffekte. | Bild: Fürstenberg-THP

Der Zusammenschluss der auf demselben Gelände angesiedelten Unternehmen biete beiden gute Möglichkeiten der Weiterentwicklung. Die Fürstenberg-THP kann ihr Produktportfolio erweitern und gewinnt mit Bernhard Gulde, dem bisherigen Eigentümer des Holzhofs, einen Mitarbeiter mit jahrzehntelanger Erfahrung im Rundholzgeschäft. Gulde wiederum könne zukünftig auf die bei der Fürstenberg-THP vorhandene technische und personelle Infrastruktur zurückgreifen.

Seit 100 Jahren ist das Haus Fürstenberg in der Holzverarbeitung tätig

Auch die restlichen Holzhof-Mitarbeiter wurden übernommen – außer zweien, die das Rentenalter bereits erreicht hatten. So arbeiten am Hüfinger Standort von Fürstenberg-THP mittlerweile fast 40 Angestellte. Neben dem großen Betriebsgelände an der Hohenstraße, wo auch vor 100 Jahren der Grundstein für die Holzerverarbeitung im Hause Fürstenberg gelegt wurde, hat Fürstenberg-THP noch zwei weitere Standorte in der Tschechischen Republik.

Das könnte Sie auch interessieren

Während andere Unternehmen gewisse Bereiche auslagern, geht Fürstenberg-THP genau den anderen Weg. So werden für die Produktion von Strom- und Telefonmasten Rundhölzer gebraucht. Und der Holzhof hat eben diese Rundhölzer im Angebot und in der Vergangenheit auch an seinen Nachbarn verkauft. Auch sieht Heidel im Kerngeschäft des Holzhofs, dem Einkauf und der Optimierung von Rundhölzern für die Sägeindustrie, die Chancen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung. „Mit Herrn Gulde gewinnen wir einen Mitarbeiter, der die heimischen Forstbetriebe bestens kennt und in der Sägeindustrie auch über die Region hinaus als verlässlicher und kompetenter Geschäftspartner geschätzt wird“, sagt Heidel im Gespräch mit der Redaktion.

Betriebsgelände wird erheblich größer

Mit dem Zusammenschluss ist auch das Betriebsgelände gewaltig gewachsen. Auf der fürstlichen Fläche, auf der neben Fürstenberg-THP und dem Holzhof auch das Löffinger Unternehmen WST einen Produktionsstandort hat, ist viel Platz. Ein Großteil wird nun von Fürstenberg-THP genutzt. „Ursprünglich hatten wir 2,5 Hektar, nun sind noch einmal vier Hektar hinzugekommen“, erklärt Heidel. Und es gibt viel Platz, um Holz fachgerecht zu lagern. Schließlich wird das Gelände bereits seit 1920 genau für solche Aufgaben genutzt.

Forstämter können hier ihr Holz zwischenlagern

Und so gibt es auch die Möglichkeit, für Externe einen Umschlagplatz für Holz aus den umliegenden Wäldern zu bieten. „Der Bedarf an Einrichtungen dieser Art ist groß. Die Forstämter suchen für die Zwischenlagerung und die Verladung von Holz aus den Windwürfen des Frühjahres und die aufgrund des befürchteten Käferbefalls im Sommer anfallenden Holzmengen Lagerplätze mit entsprechender Infrastruktur“, lautet die Einschätzung von Heidel und Gulde.

Das könnte Sie auch interessieren

Schlichtweg kämpfen gerade viele Kommunen, das Sturmholz so schnell wie möglich aus dem Wald zu bekommen, bevor die Käfer es befallen und dadurch den Wert senken. Allerdings kann auch nicht alles Holz auf einmal auf den Markt geworfen werden. Deshalb sieht man überall große Holzlager, wie beispielsweise in Donaueschingen in der Nähe der Kläranlage.

Eine Alternative zur Lagerung des Holzes ist Fürstenberg-THP. Durch die Erweiterung des Firmengeländes um die Flächen des Holzhofs, die guten Kontakte zu den umliegenden Forstämtern und den vorhandenen Maschinenpark sieht man sich hierfür bestens gerüstet. Die Nachfrage sei auf jeden Fall vorhanden und es gebe entsprechende Anfragen.

„Die Märkte waren zwar eine Zeit lang eingeschränkt, aber das löst sich aktuell wieder.“
Andreas Heidel, Geschäftsführer

Während andere Branchen noch mit den Auswirkungen von Corona kämpfen, blickt Heidel optimistisch in die Zukunft: „Die Märkte waren zwar eine Zeit lang eingeschränkt, aber das löst sich aktuell wieder“, erklärt der Geschäftsführer von Fürstenberg-THP. Das Unternehmen ist vor allem in der Masten- und Schwellen-Produktion tätig. So werden unter anderem viele Dienstleiter im In- und Ausland und private und staatliche Bahnunternehmen in Europa mit Gleis-, Weichen- und Brückenschwellen von Fürstenberg-THP – die Abkürzung steht für „Technische Holz-Produkte“, beliefert.

Die neue Imprägnieranlage läuft

Genau für diesen Bereich wurde auch 2017 eine neue Imprägnieranlage in Betrieb genommen. Statt des bedenklichen Teeröls wird das Holz mit Sleeper-Protect gegen die Umwelteinflüsse resistent gemacht. Zwar handle es sich um ein lösungsfreies Holzschutzmittel auf Basis von pflanzlichen Ölen, die Anlage hatte im Vorfeld jedoch für Einsprüche einiger Anwohner gesorgt.

Doch diese sind mittlerweile verklungen, die Anlage läuft, und eine Lärmschutzwand schützt die Anwohner. Heidel wertet die damals neue Anlage nicht nur als Investition in die Zukunft, sondern gleichzeitig auch als ein Bekenntnis zum Standort. Mit der Holzhof-Übernahmen gibt es nun ein weiteres Bekenntnis, dass das Haus Fürstenberg an seiner Tradition der Holzverarbeitung auch mehr als 100 Jahre festhalten möchte.