Da war die Bürgerschaft hellwach: Im Herbst 2017 passierte ein Bauvorhaben unter großer Zuhörerbeteiligung den Ausschuss für Umwelt und Technik. Allerdings geschah dies mit so vielen negativen Anmerkungen, dass der Investor heute abwinkt. Für Zimmerer Roland Fürst ist die Wohnanlage „Löwen-Passage“ gegenwärtig zurückgestellt. Das Projekt sei von zu vielen Abneigungen begleitet gewesen, fügt er auf SÜDKURIER-Anfrage hinzu. Inbesondere Anwohner hätten sich gegen den Neubau gestellt, der anstelle des Gasthauses Löwen entstehen sollte.

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Dem Ausschuss vorgestellt wurde seinerzeit ein Projekt mit 29 Wohneinheiten und 58 Tiefgaragenstellplätzen. Die Zufahrt sollte aus der Ochsengasse erfolgen. Auch um die Parksituation in der Hinterstadt zu entlasten, wolle der Investor die gesetzlich vorgesehene Anzahl an Stellplätzen verdoppelt, lobte Bürgermeister Michael Kollmeier in der Sitzung. In einem Gebiet mit reiner Wohnbebauung gebe es aus Sicht der Baurechtsbehörde keine Bedenken für einen Neubau. Nahezu ideal entspreche das Projekt der vom Land angestrebten Wiederbelebung der Ortskerne, so die Begründung des einstimmigen Ausschussbeschlusses.

So stellte sich der Investor das Wohnprojekt „Löwen“ vor.
So stellte sich der Investor das Wohnprojekt „Löwen“ vor. | Bild: Stadt Hüfingen

Letztlich waren es in der Folge aber Anwohnerbedenken, die die Oberhand gewannen. Keine Antwort gab es auf das mutmaßlich erhöhte Verkehrsaufkommen in der Hinterstadt. Wie bewegen sich Rettungsfahrzeuge auf der nur vier Meter breiten Straße, wie kommen ältere Menschen mit dem erhöhten Fahrzeugverkehr zurecht? Wo die Hinterstadt schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenze stoße, sei das Projekt kritisch zu sehen, sagte damals Susanne Hauser stellvertretend für die Anwohner.

Im Sande verlaufen

Danach sei das Projekt im Sande verlaufen, erinnert sich Hauptamtsleiter Horst Vetter. Dem Handwerksmeister ist die Lust auf eine Wohnbauinvestition vergangen. Weder in Hüfingen noch in der Umgebung gäbe es gegenwärtig Pläne. Zu Zeiten der Pandemie und der ungewissen wirtschaftlichen Folgen liege das Augenmerk auf der Fortführung des eigenen Betriebes.