Mit seinem neuen Buch möchte Rolf Ebnet die Geschichte des längst vergessenen Hüfinger Flugplatzes nachzeichnen. Dabei schiebt sich der Veröffentlichungstermin nach hinten. Nach der SÜDKURIER-Berichterstattung zu seinem Forschungsobjekt, das in etwa dort lag, wo sich heute die Riedseen befinden, bekam der Hobbyhistoriker weitere Hinweise, die er in sein Buch eingearbeitet hat.

Erinnerungen an Starts und Landungen

Geschrieben hat ihm ein Mann aus Ottobrunn. Dessen Vater habe auf dem Hüfinger Segelflugplatz 1942 seine Segelflugprüfungen abgelegt. Ebnet bekam Bilder und eine Kopie vom Flugbuch. „Das ist ein weiterer Beweis, dass hier tatsächlich Flugbetrieb stattfand“, freut sich der Hüfinger. Ein älterer Herr aus Lahr, der aus Hüfingen stammt, konnte sich noch an Starts und Landungen der deutschen Militärflugzeuge 1944 erinnern.

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Eine im Herbst 1944 auf die Baar verlegte Jagdfliegereinheit spielt in Ebnets jetzt rund 250 Seiten starken Buch eine große Rolle. Die jungen Piloten stellten sich mit ihren Maschinen vom Typ Messerschmitt 109 im Luftkampf dem von Westen anrückenden Feind entgegen. Viele wurden abgeschossen. In dem vermutlich in Richtung Ostern erhältlichen Buch möchte Ebnet neben vielen Details zum Flugplatz vor allem die Erinnerung an die jungen getöteten Flieger wachhalten.

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In Summe zwei Jahre hat der 64-jährige Neu-Rentner am Buch gearbeitet. Das nächste Projekt nimmt schon Konturen an. Wieder geht es um die Endphase des Zweiten Weltkriegs, wieder um sinnlose Kämpfe, wieder konzentriert sich das Geschehen um ein Bauwerk. In Dillingen, wo Ebnet 20 Jahre wohnte, befand sich gegen Ende des Zweiten Weltkrieg die einzige Donaubrücke, die von den deutschen Truppen auf ihrem Rückzug nicht gesprengt werden konnte.

Mindestens 14 Flugzeuge wurden abgeschossen

Der von Amerikanern besetzte, genutzte und verteidigte Flussübergang wurde vom 22. bis 26. April 1945 von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Mindestens 14 Flugzeuge wurden abgeschossen. „Das ist ein bisschen wie bei der ‚Brücke von Remagen‘“, vergleicht Ebnet. Nur seien die Ereignisse in Dillingen nicht so bekannt wie die in dem berühmten Antikriegsfilm.