Seine Kreativität auch im Beruf ausleben können, das ist wohl ein Wunsch, den viele Menschen haben. Die 18-jährige Ann-Christin Baier aus Sumpfohren hat einen solchen Beruf für sich entdeckt: Sie macht aktuell eine Ausbildung zur Gärtnerin in Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau und ist im zweiten Lehrjahr. Ein besonderes Erlebnis während dieser Ausbildung im Betrieb Wildigarten ist dabei das Kunstprojekt, welches die Auszubildenden im zweiten Lehrjahr durchlaufen.

„Das Kunstprojekt ist ein Angebot des Betriebes. Dabei muss jeder Azubi innerhalb von zwei Arbeitstagen ein Kunstobjekt selbstständig planen und umsetzen“, erklärt Ann-Christin Baier. Die 18-Jährige, welche ihren Beruf aus Liebe zur Natur gewählt hat, holte sich dabei Inspiration im eigenen Garten. „Wir haben zuhause Bäume gefällt und dabei kam mir die Idee, dass ich aus einem Baumstumpf etwas schnitzen könnte“, erzählt Ann-Christin Baier. Im Internet informierte sie sich über die Möglichkeiten, und so entstand die Idee, einen Adler zu schnitzen.

Nachdem eine Fichte gefällt war, sicherte die angehende Gärtnerin sich ein etwa 1,5 Meter langes Stück mit einem Durchmesser von ungefähr 60 Zentimetern und startete mit ihrem Projekt. Die zuvor erstellte Skizze des Adlers übertrug sie auf den Baumstumpf und begann dann ihre Arbeit mit der Motorsäge. Nachdem zuerst die groben Arbeiten getätigt waren, ging Ann-Christin Baier an die Feinarbeit und sägte mit der Sägenspitze die feinen Details des Adlers. „Die Arbeit machte mir sehr viel Spaß. Ich hatte zuvor noch nicht viel Erfahrung mit dem Thema Schnitzen, jedoch gelangen mir die Arbeiten sehr gut“, befindet die 18-Jährige.

Das Ergebnis der Arbeit erhält viel Lob

Das Ergebnis kann sich auch wirklich sehen lassen: Mit dem kunstvollen Adler, den Ann-Christin Baier mit viel Liebe zum Detail angefertigt hat, heimste sie viel Lob bei ihren Eltern und dem Ausbildungsbetrieb ein. Das Kunstwerk wird nun neben den Arbeiten der anderen Azubis im Betrieb ausgestellt.

So sieht der fertige Adler aus, den Ann-Christin Baier aus einem Baumstumpf heraussägte.
So sieht der fertige Adler aus, den Ann-Christin Baier aus einem Baumstumpf heraussägte. | Bild: Baier

Dieses Projekt zeigte der jungen Frau nochmals, dass sie genau den richtigen Beruf gewählt hatte: „Mir war früh klar, dass ich gerne einen Beruf erlernen möchte, bei welchem ich nicht den ganzen Tag drinnen bin, sondern dass Arbeiten draußen für mich sehr wichtig ist. Des Weiteren ist die Abwechslung, welche der Beruf als Landschaftsgärtnerin mit sich bringt, genau das richtige für mich. Jeden Tag gibt es andere Aufgaben und am Ende des Tages kann man sehen, was man den ganzen Tag über gearbeitet hat. Genau das gefällt mir so sehr an dem Beruf.“

Respekt der männlichen Kollegen kommt mit der Zeit

Ihr Ausbildungsberuf, welcher von viel körperlicher Arbeit geprägt ist, ist eigentlich eher weniger ein typischer Frauenberuf. Dies macht der jungen Frau jedoch nichts aus, denn das war ihr von Anfang an klar. „Zu meinem Arbeitsalltag gehört es Gärten anzulegen, zu pflegen, Wege zu pflastern, Mauern zu errichten und so weiter. Zwar wird man als Frau manchmal auf der Baustelle zu Beginn etwas verwundert angeschaut, jedoch legt sich das auch mit der Zeit, erst recht, wenn man den männlichen Kollegen zeigt, das man körperlich fit ist und mindestens genauso gut wie sie selbst mit den Geräten wie Radlader oder Bagger umgehen kann“, sagt Ann-Christin Baier voller Überzeugung.