Am Wochenende ist der Töpfermarkt inklusive den dazugehörigen Keramikwochen in das 30. Jahr ihres Bestehens gestartet. Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier nutzte in seiner Begrüßung die Gelegenheit, um nach dem Pandemie-bedingten Ausfall der Veranstaltung im Vorjahr auf den improvisierten Titel der diesjährigen, leicht ungewöhnlichen Ausstellung hinzuwiesen. Sie lief unter dem Titel „Kreaturen und Körper“ und ließ je nach Betrachtungsweise die unterschiedlichsten Deutungsvarianten zu.

Materielle Vielfalt

Kollmeier verwies auf die materielle Vielfalt, welche sich aus den Arbeiten von drei Künstlerinnen und Keramikerinnen ergeben. Im Anschluss lud er die Anwesenden zum Besuch der Ausstellung ein und dankte dem einheimischen Trio „3Baar“ mit Panflötistin Tanja Futter, Regina Kopp am Schlagwerk und Gitarrist Thomas Heinsohn für die musikalische Begleitung der Vernissage.

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Aufmerksam folgte das zahlreich im Rathausfoyer erschienene Publikum den Ausführungen von Kunsthistoriker Walter H. Lokau. In seiner Laudatio lobte er die Fähigkeit der drei Künstlerinnen, Dinge entstehen zu lassen, deren wahrer Wert und die Aussagekraft sich erst nach dem zweiten Blick erschließen. Er ging darauf ein, dass es den Künstlerinnen gelang, Exponate zu kreieren, deren Interpretation sich nach längerer Betrachtung wandelt. Detailliert beschrieb er die Vita und das künstlerische Schaffen der Künstlerinnen, die sich hinter den ausgestellten Keramikarbeiten verbergen. Er bezeichnete in den Arbeiten von Dorothee Wenz das direkte freie Bauen von Gefäßformen mit plastischen Massen als eine Möglichkeit, um die Formen während der Arbeit entstehen zu lassen.

Geduld und Präzision gefragt

In ihre fantasievollen und skurril wirkenden menschlichen und tierischen Skulpturen steckte Marianne Eggimann viel Geduld und Präzision, bis sie ihren eigenen Ausdruck bekommen. Anna Dorothea Klug erzählt in ihren Keramikarbeiten Geschichten von Gefühlen und Stimmungen, die sie teilweise zuvor auf Zeichnungen skizzierte.