Das Regierungspräsidium hat Wort gehalten. Zeitgleich mit der Verbreiterung der Bundesstraße 27 zwischen Anschluss Allmendshofen und Abfahrt B 31 wurden in diesem Abschnitt die landwirtschaftlichen Hauptwirtschaftswege verbreitert, befestigt, asphaltiert und mit einem Bankett an beiden Seiten versehen. Die Wege mit einer durchschnittlichen Breite von 3,50 Meter werden für Radfahrer, Spaziergänger oder Nordic-Walker aus Hüfingen in der Freizeit gerne genutzt. Bedeutsamer ist die Neuerung allerdings für die Landwirte.

Überall das gleiche Bild

„Der Wegebau ist sehr wichtig“, sagt Landwirt Uwe Münzer aus Neudingen, der dem BLHV-Kreisvorstand Donaueschingen angehört. Den Hüfinger Kollegen gönnt er die Neuerung gerne, biete sich doch laut der Aussagen mancher Berufskollegen in vielen Dörfern auf der Baar das gleiche Bild: Die Wirtschaftswege sind ramponiert, zum Reparieren fehle das Geld.

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Georg Moog, der in Hüfingen die Eichhöfe bewirtschaftet, sieht neben der Freude über den Ausbau ein Problem aufkommen. „Was passiert, wenn die B 27 vierspurig ist?“ Dann stelle sich nämlich die Frage, ob die Ackerschlepper dann noch die Bundesstraße nutzen dürfen. Für Moog, dessen Wirtschaftsfläche nicht am neu erstellten 2,2 Kilometer-Weg liegen, bringt die neue Trasse keine Verbesserung. Für Berufskollegen aus Richtung Blumberg, aus Behla oder Fürstenberg also, könnte das Wirtschaftswegenetz, das bis Donaueschingen führen wird, sogar eine Verschlechterung bringen. Dann nämlich, wenn die B 27 für die Traktoren gesperrt würde.

Regina Behringer geht mir ihrer Hündin Luzy auf einem der grunderneuerten Wirtschaftswege spazieren. Die Hüfingerin mag die Naherholungszone zwischen Stadt und Bundesstraße.
Regina Behringer geht mir ihrer Hündin Luzy auf einem der grunderneuerten Wirtschaftswege spazieren. Die Hüfingerin mag die Naherholungszone zwischen Stadt und Bundesstraße. | Bild: Wursthorn, Jens

In der Tat sei über diese Frage noch nicht abschließend entschieden, sagt Hartmut Trenz vom Regierungspräsidium, der als Projektleiter den Bl27-Ausbau betreut. 1,5 Millionen Euro hat das Land für die neuen Wege ausgegeben: 500 000 Euro für die Oberflächen, rund eine Million Euro für eine neue Brücke über die B 31, die den Landwirtschaftsverkehr von Behla kommend aufnimmt und an der Faller‘schen Biogasanlage vorbei durch die Unterführung auf die Felder zwischen Hüfingen und dem Zubringer Allmendshofen führt.

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Parallel zum Ausbauabschnitt Nord der B 27 zwischen den Anschlüssen Allmendshofen und Mitte erfolgt in diesem Bereich 2021 ebenfalls eine „Frischekur“ für die Wirtschaftswege. In diesem Bereich werden sie am Dammfuß entlang und am Tierheim vorbei geführt. Die Länge wird etwa 1,3 Kilometer betragen.

Spannende Frage

Zufrieden über die Verbreiterung der Wege zeigt sich auch der Hüfinger Landwirt Christof Faller, wenngleich es auch vorher schon Ausweichstellen gegeben habe. Die Belastungen im Winter, als die abgefrästen Wege nicht befahrbar waren und Umfahrungen nötig waren, seien vergessen. Aber auch Faller sieht der Antwort auf die Frage, ob die B27 künftig für Ackerschlepper befahrbar sein wird, mit Spannung entgegen. Denn die Inhalte im Planfeststellungsverfahren passten nicht zu mündlichen Aussagen, wie er sie im Regierungspräsidium Freiburg vernommen hätte, meinte Faller schon im Frühjahr dieses Jahres.

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