Die Sonne brennt vom Himmel und die Anzeige auf dem Thermometer klettert nach oben. Wie gut, dass die Alpakas auf dem Hof Schöndienst in Sumpfohren bereits geschoren sind. In ihrem dicken Fell wäre das Wetter jetzt sicher eine Qual.

Ohne den dichten Pelz genießen die Tiere Sonne und Sommer. „Das ist Primalia“, erklärt Lisanne Schöndienst und zeigt auf eine dunkle Alpakastute, die genüsslich ein Sonnenbad nimmt.

Sonnenbad gefällig? Alpaka Primalia liebt es, gemütlich in der Sonne zu liegen.
Sonnenbad gefällig? Alpaka Primalia liebt es, gemütlich in der Sonne zu liegen. | Bild: Simon, Guy

Schöndienst kümmert sich um die 16 Tiere, die mittlerweile in Sumpfohren zu Hause sind. Sie hält die Ställe sauber, gibt Fressen und unternimmt auch die beliebten Spaziergänge mit den Tieren, an denen auch Interessierte teilnehmen können.

Auf Tour mit den Alpakas

Für die SÜDKURIER-Leser bietet Lisanne Schöndienst eine solche Tour am Freitag, 12. August, um 15 Uhr an. Das Ganze dauert etwa eineinhalb bis zwei Stunden: „Zuerst machen wir eine Einführungsrunde, lernen die Tiere kennen. Und ich erzähle ein bisschen, worauf es zu achten gilt“, sagt Schöndienst.

Mit Alpaka an der Leine geht es dann auf eine kleine Tour rund um Sumpfohren, abschließend wird dann noch die Gruppe der Stuten gefüttert. Sechs Leser können sich um einen Platz bei der Tour bewerben, jeder kann dann noch eine Begleitperson mitbringen.

Video: Simon, Guy

Bei der Tour sind nur die Hengste mit dabei. Die Damen sind für die Zucht vorgesehen und werden deshalb nicht an Spaziergängen teilnehmen. Mit einer Vorurteil möchte Lisanne Schöndienst allerdings direkt aufräumen: Auch wenn sie so aussehen, „Alpakas mögen nicht gestreichelt werden.“

Die Tiere suchen zwar Nähe, seien aber keineswegs wie Hunde und schätzen es, körperliche Zuneigung zu erhalten: „Sie sind da eher wie Schafe.“ Aus diesem Grund finden die Touren auch immer mit Begleitung von Menschen statt, die den Tieren bekannt sind.

Gabriel (links) und sein Bruder Nepomuk. Seinen Namen hat er in einer Aktion von SÜDKURIER-Lesern erhalten.
Gabriel (links) und sein Bruder Nepomuk. Seinen Namen hat er in einer Aktion von SÜDKURIER-Lesern erhalten. | Bild: Simon, Guy

Bei den Spaziergängen laufen die Alpakas mit, „sie sind Routinetiere und kennen das „, erklärt Schöndienst. Sie seien sehr genügsam und laufen langsam, „perfektes Kleintiertempo. Und ein Tempo, um mal zu entschleunigen.“

Geht es im Alltag auch mal stressig zu – der Umgang mit den Tieren hilft dabei, zu entspannen. „Nur sollte man sie beim Laufen eben nicht streicheln.“

Stute Batari ist dominant und gibt in der Damengruppe oft den Ton an.
Stute Batari ist dominant und gibt in der Damengruppe oft den Ton an. | Bild: Simon, Guy

Zwischen Mutter und Cria, wie die kleinen Alpakas genannt werden, gebe es kaum körperliche Nähe. Das Kleine werde nach der Geburt auch nicht saubergeleckt, sondern trockne in der Sonne: Die Tiere des Alpakahofes Schöndienst kamen immer dann zur Welt, wenn sich die Sonne zeigt, auch im Winter war das der Fall.

Beim Betreten des Geheges erheben sich die Tiere und nähern sich neugierig – aber mit etwas Distanz. Und können sie auch spucken, wie die Lamas? „Ja, das können sie, haben es aber bei uns noch nie gemacht“, erklärt Schöndienst. Gespuckt werde untereinander, um Rückweisung auszudrücken oder Rang-Streitigkeiten zu klären. Und natürlich, wenn es um Futter geht.

Video: Simon, Guy

Im Oktober 2009 kamen die ersten Alpakas nach Sumpfohren. Zwei Stück waren es damals. Die Tiere alleine zu halten, das sei nicht erlaubt: „Viele Spaziergänger blieben stehen und schauten sie sich an. Und irgendwann wurde dann auch gefragt, ob man mit denen nicht spazieren gehen könnte. Wir haben uns dann dazu entschlossen, Stuten zu holen und Hengste zu züchten.“ Um die weiblichen Tiere zu schonen gehen die Hengste spazieren.

Gabriel in dem rund 3000 Quadratmeter großen Gehege für die Gruppe der Alpakahengste.
Gabriel in dem rund 3000 Quadratmeter großen Gehege für die Gruppe der Alpakahengste. | Bild: Simon, Guy

Und wie sieht die Pflege aus? Wird das Fell zu dicht, werden die Tiere geschoren, gefressen wird hauptsächlich Gras und Heu. Das sei auch das Beste für sie. „Deshalb haben wir das Schild, bitte nicht zu füttern. Anderes vertragen sie nicht gut.“

Gerne auch ein Bad

Wenn die Temperaturen so weit oben sind wie aktuell, dann baden die Tiere auch gerne: „Wir haben hier im Ort einen Brunnen. Wenn wir bei den Spaziergängen hier vorbeikommen, das lieben sie. Dann trinken sie viel und machen sich nass.“

Die Tiere sind wahre Rasenmäher und genügsam, was das Speisen-Angebot betrifft, hier mampfen Nepomuk (hell) und Arthur.
Die Tiere sind wahre Rasenmäher und genügsam, was das Speisen-Angebot betrifft, hier mampfen Nepomuk (hell) und Arthur. | Bild: Simon, Guy

Die Spaziergänge sind auch für Kinder geeignet: „Ab sechs bis sieben Jahren kann man die Leine alleine halten“, sagt Schöndienst. Kinder verhalten sich den Tieren gegenüber meist sehr sensibel: „Im Gehege haben sie Respekt, die Alpakas sind ja meist auch größer.“ Austreten sei möglich, bisher aber noch nie vorgekommen.

Video: Simon, Guy

Austreten in andere Hinsicht, das machen die Alpakas übrigens an bestimmten Stellen, die sie im Gehege als Toilette benutzen. Dorthin gehen sie auch gerne in Gruppen. „Bevor sie zum Spaziergang gehen machen sie meist vorher noch ihr Geschäft“, sagt Schöndienst. Außerhalb ihres Geheges machen sie das nicht.

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